Dr. Marcus Optendrenk
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Land Nordrhein-Westfalen denkt in der Tat Landtag Arbeit neu und schafft unter anderem – das ist eben angesprochen worden und auch im Antrag enthalten – mit dem neuen Coworking-Space in Aachen eine erste attraktive Alternative zwischen Homeoffice und Arbeit vor Ort. Wer beispielsweise in Aachen wohnt und aus Zeitgründen nicht täglich den Hin- und Rückweg etwa nach Düsseldorf oder Köln auf sich nehmen will, der kann einen professionell ausgestatteten Arbeitsplatz buchen. Da gibt es in der Tat moderne Ausstattung. Es gibt auch eine gute Auslastung von bereits deutlich über 50 % im September, im ersten Monat. Die Buchung erfolgt online und unkompliziert über ein internes Onlineportal. Diesen Pilotversuch werden wir weiterführen und hoffen, dass wir möglichst bald Erkenntnisse daraus gewinnen können, wie das angenommen wird. Das ist ein kleiner, aber wahrscheinlich zunehmend wichtiger Baustein einer Modernisierungsoffensive des öffentlichen Dienstes in Nordrhein-Westfalen. Deshalb ist uns besonders wichtig, dass wir diese Projekte in einem engen Miteinander mit den Vertretungen der Beschäftigten entwickeln. Dazu gibt es heute schon intensiven Austausch mit den Vertretungen der Beschäftigten. Das werden wir weiter intensivieren. In Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels stehen wir längst in einem stetigen Wettbewerb um die besten Köpfe. Weil wir als attraktive Arbeitgeber am Markt sein wollen, bieten wir Flexibilität. Wir stellen uns modern und zukunftsfähig auf, und wir optimieren die Arbeitsbedingungen. Das gilt – das will ich an der Stelle ausdrücklich sagen, weil es jetzt eine Federführung des Finanzministeriums für diesen Gesamtkomplex seit dem Sommer gibt – insbesondere auch für das, was wir zukünftig in der Finanzverwaltung machen wollen. Da wollen wir es ein Stück flächendeckender angehen. Die parlamentarische Sommerpause habe ich beispielsweise dafür genutzt, einige Finanzämter zu besuchen, und habe bei den Gesprächen vor Ort immer wieder – gerade bei den Beschäftigten – ein großes Interesse an der Einrichtung von Coworking-Spaces signalisiert bekommen. Auch unsere Auszubildenden und Studierenden sagen, dass wohnortnahe Arbeitsmöglichkeiten und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidende Kriterien für ihre Berufswahl sind und auch für ein späteres Verbleiben beispielsweise in der Finanzverwaltung. Deshalb schauen wir, wo Bedarf und Möglichkeit bestehen, Shared Working-Spaces bereitzustellen. Selbstverständlich gewährleisten wir bei flexiblem und ortsunabhängigem Arbeiten die Sicherheit der sensiblen Daten und wahren das Steuergeheimnis. Die Verlagerung von Arbeit zum Personal – ein Thema, das wir auch im zuständigen Fachausschuss 26.10.2023 miteinander besprochen haben, das ist nicht neu – werden wir in Pilotprojekten weiter umsetzen und auch weiter ausbauen. Auch das ist ein Teil von Mitarbeiterorientierung und Umsetzung moderner Arbeitsformen – eine große Chance für ein gutes Konzept, das breit getragen wird von Arbeitgebern und Beschäftigten, von Personalvertretungen und Verwaltungen. (Stefan Zimkeit [SPD]: Im Hauptpersonalrat höre ich aber nichts davon!) Coworking-Spaces sind deshalb durchaus eine zukunftsfähige Alternative zwischen klassischem Büro und Homeoffice. Deshalb begrüßen wir als Landesregierung den Antrag. Ich biete ausdrücklich an, dass wir das, was im Bereich der Finanzverwaltung jetzt gemacht wird, auch mit Zwischenberichten im zuständigen Fachausschuss präsentieren und zur Diskussion stellen. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
