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Björn Franken

CDU 26.10.2023 Sitzungen 18/46

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Das ist zweifelsohne eine der großen Fragen, aber auch eine der großen Herausforderungen unserer Zeit, denn die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, steht vor großen Veränderungen. Auf der einen Seite haben wir die Digitalisierung. Sie prägt, sie verändert unsere Arbeitswelt grundlegend. Der Begriff „Arbeit 4.0“ ist in aller Munde, für Erste ist das bereits kalter Kaffee. Dennoch verändert der technologische Wandel, wie, wann und vor allen Dingen wo wir arbeiten. Welche Auswirkungen die künstliche Intelligenz auf ganze Branchen, auf unser Arbeitsleben, auf die Art und Weise der Zusammenarbeit haben wird, können wir uns nicht mal im Ansatz vorstellen. Daneben haben der demografische Wandel und der daraus resultierende Mangel an Fach- und Arbeitskräften große Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt. Die langfristigen Folgen für den Arbeitsmarkt, aber auch für unsere Sozial- und Gesundheitssysteme beschäftigen uns alle. Nicht zuletzt haben sich besonders während der vergangenen Jahre die Ansprüche der immer begehrter werdenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stark verändert, sie sind auch stark gestiegen. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Work-Life-Balance und die Forderung nach Teilzeitangeboten sind nur einige der neuen Anforderungen. Darauf braucht es Antworten. Ein Teil der Lösung für genau diese Veränderungen sind Working Spaces, ins Deutsche übersetzt: dezentrale Arbeitsplatzangebote, eine dezentrale Arbeitsplatzinfrastruktur außerhalb der normalen, der regulären Büroarbeitsplätze. Diese Möglichkeit des wohnortnahen, des mobilen Arbeitens in modern und bedarfsgerecht ausgestatteten Räumlichkeiten wird nicht nur bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sondern auch bei Arbeitgebern immer beliebter. Das gilt nicht nur für die private Wirtschaft, nein, das gilt auch für die öffentliche Verwaltung, denn auch die muss im „War for Talents“ bestehen und als Arbeitgeber attraktiv sein. Besonders im ländlichen Raum bieten Working Spaces attraktive heimatnahe Bürolösungen. Arbeit-Landtag nehmer, die auf dem Land leben, müssen oft lange Wegstrecken zur Arbeit in Kauf nehmen. Dank Working Spaces haben sie die Möglichkeit, orts- und zeitungebunden arbeiten zu können. Der Wegfall der Arbeitswege steigert also die Attraktivität des ländlichen Raums als Wohnort, er entlastet die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und hat nicht zuletzt positive Auswirkungen auf unsere Verkehrslage und auf unser Klima. Das Land NRW hat auf unseren Antrag hin in diesem Jahr für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Aachen ein Working-Space-Pilotprojekt gestartet. Fünf feste und bis zu sechs flexible Arbeitsplätze bieten Landesbeschäftigten innovative und wohnortnahe Arbeitsplätze. Aber der Bedarf ist weiterhin groß, deshalb soll dieses Angebot an Orten, die wirtschaftlich und gesellschaftlich von größtmöglichem Nutzen, aber auch wirtschaftlich in der Umsetzung sind, sukzessive ausgebaut werden. Dabei setzen wir auf bürokratiearme Organisation und, wenn möglich, auf bereits vorhandene Strukturen, denn es ist unser Anspruch, den Wandel der Arbeitswelt im Sinne der Landesbeschäftigten zu gestalten und dadurch auch die Attraktivität des Landes als Arbeitgeber zu steigern. Wenn wir die dafür notwendigen Rahmenbedingungen aufstellen können, werden wir in Nordrhein-Westfalen langfristig ein wettbewerbsfähiger Arbeits- und Wirtschaftsstandort bleiben. Mit den Working Spaces für die Beschäftigten des Landes gehen wir einen ersten wichtigen, richtigen Schritt in Richtung der Arbeitswelt von morgen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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