Ina Brandes
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Yvonne Gebauer, ich freue mich auf eine lebhafte, intensive und lösungsorientiert geführte Haushaltsdebatte in den nächsten Monaten. Ich möchte nur herzlich darum bitten, dass wir sie fair und faktenbasiert führen. Ich fand es eben von der Darstellung her wirklich ein bisschen schwierig. Der 2023er-Haushalt hat im Kulturbereich einen Aufwuchs von knapp 5,7 Millionen Euro erfahren. Das ist als „fast Nullrunde“ bezeichnet worden, während die 7,5 Millionen Euro, die wir aus der Stärkungsinitiative nehmen – wir gehen also nicht an die Projekte heran –, eine einschneidende Kürzung sein sollen. Das ist die Sorte politische Kommunikation, mit der ich lieber nicht arbeiten möchte, (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) weil es meiner Meinung nach auch den falschen Leuten in die Karten spielt. Jetzt zum Antrag. Ich stimme völlig mit dem weitgehend Gesagten überein. Crowdfunding ist gut und stärkt unsere, wie mehrfach ausgeführt worden ist, sehr lebendige Kultur- und Kreativwirtschaft. Allerdings – auch das ist schon gesagt worden – ist Crowdfunding geeignet für Projekte und für Anschubfinanzierungen, nicht für strukturbildende Maßnahmen. Dazu kommt, dass Crowdfunding in der Tat auch in Nordrhein-Westfalen für die Kultur sehr intensiv genutzt wird. Ein kurzer Werbeblock: Die Stiftung Schloss Moyland hat gerade mit der Volksbank Kleverland eG ein Crowdfunding-Projekt zum dauer-22.09.2023 haften Erwerb des Kunstwerks „Bar Mezzogiorno“ gestartet; da kann man tatsächlich auch etwas trinken, wenn man möchte. (Beifall von Dr. Günther Bergmann [CDU]) Die Aktion läuft noch. Ich kann alle Beteiligten nur herzlich dazu einladen, sich daran zu beteiligen. Abgesehen davon wird auch die schon mehrfach genannte Plattform Startnext von der freien Szene in Nordrhein-Westfalen sehr lebhaft und rege genutzt. Ich bin natürlich gerne bereit, dafür noch intensiver Werbung zu machen, als das ohnehin schon der Fall ist. Angesichts dieser organisch gewachsenen, erheblichen und von nationaler Reichweite geprägten Plattform Startnext, die es schon gibt, ist es aus Sicht der Landesregierung Nordrhein-Westfalen nicht notwendig, etwas Separates aufzubauen. – Ganz herzlichen Dank und schönes Wochenende. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
