Marcel Hafke
Vielen Dank, Herr Präsident. – Frau Kollegin, es ist wunderbar, welche Allgemeinplätze Sie hier losgeworden sind, um einfach mal an dem Thema vorbeizureden, über das wir eigentlich diskutieren. (Beifall von der FDP und der SPD – Nina Andrieshen [SPD]: Ja, genau!) Ich habe den Eindruck, wir wissen alle, wie gut und wunderbar dieser Beruf ist. Aber wissen Sie was, Frau Kollegin? Die Erzieherinnen und Erzieher wollen am Monatsende auch ihr Geld bekommen. Darüber sprechen wir im Moment, weil ein Drittel der Kitas kurz vor Liquiditätsengpässen steht. (Nina Andrieshen [SPD]: Ja!) Die Träger können die Erzieherinnen und Erzieher nicht mehr bezahlen, wenn Sie hier in Zukunft nicht handeln. Da sind die Grünen in der Verantwortung. Sie müssen jetzt etwas tun. Und da gibt es Möglichkeiten, etwas zu tun. (Beifall von der FDP und der SPD) Ich will Ihnen das noch einmal sagen. Es gibt die Möglichkeit, ein Rettungspaket aufzulegen, um Engpässe zu überbrücken. Es ist Sinn und Zweck eines Rettungspaketes, Geld ins System zu geben. Wir haben außerdem vorgeschlagen, die Dynamisierung vorzuziehen, weil das KiBiz nicht auf diese Krisen – Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflationssteigerung – ausgelegt ist. Sie weigern sich, diese Debatte überhaupt zu führen. Ich habe aus Ihrer Rede jetzt nicht einen einzigen Lösungsvorschlag herausgehört, mit dem Sie den Trägern sowie den Erzieherinnen und Erziehern in diesem Land helfen. (Christin Siebel [SPD]: Richtig!) Das ist ein Armutszeugnis, Frau Kollegin. (Beifall von der FDP und der SPD) Deswegen habe ich abschließend den Wunsch, dass Sie hier jetzt endlich mal konkrete Maßnahmen aufzeigen. Was kann man machen, um den Erzieherinnen und Erziehern sowie den Träger in diesem Land zu helfen? 24.08.2023 Sie sagen: Wir können nicht so viel Geld aufbringen. Wir haben nicht so viel Personal. – Wir von SPD und FDP haben Ihnen auch in Vorschlägen aufgezeigt, was man machen kann, um in diesen Situationen zu entlasten – nämlich Bürokratie abbauen, Verwaltungskräfte einstellen und Quereinstieg ermöglichen. Ein Jahr lang darüber zu reden, ist einfach zu wenig. Da müssen Sie jetzt handeln. Das können Sie auf keine Vorgängerregierung schieben, weil es den Ukraine-Krieg damals noch nicht gab. Sie sind jetzt in der Verantwortung, damit umzugehen. (Beifall von der FDP und der SPD)
