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Silvia Gosewinkel

SPD 23.08.2023 Sitzungen 18/39

Vielen Dank, Frau Ministerin. Ich habe folgende Frage: Wie wirkt sich denn diese zukünftige Zusammenarbeit, die Sie skizziert haben, auf die Bildungsdokumentation zum Beispiel mit Standardprotokollen aus, die die Erzieherinnen jährlich anfertigen? Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration: Das gehört zu dem Prozess, den wir gerade tatsächlich auch aufsetzen. (Dr. Dennis Maelzer [SPD]: Das ist halt ein Marathon und kein Sport!) – Dann müssen Sie uns aber auch die Möglichkeit geben, zusammenzuarbeiten. Möchten Sie jetzt, dass wir nicht zusammenarbeiten oder möchten Sie, dass wir zusammenarbeiten? (Zuruf von Henning Höne [FDP]) 23.08.2023 Ich glaube, wir haben ein Interesse daran, dass wir zusammenarbeiten. Das bedeutet, dass wir das jetzt auch so aufsetzen müssen, damit diese berechtigten Fragen dort in den Blick genommen werden können. Ich habe gerade gesagt, die Zielmarke des MSB ist, das Schuljahr 2024/2025 zu erreichen. Das ist auch jetzt noch ein Stück sportlicher Weg. Aber den muss man tatsächlich miteinander gehen, weil diese Fragestellungen in der Tat auch zu beantworten sind. Darüber hinaus ist es aber nicht so, dass nur in Nordrhein-Westfalen diese Fragen gestellt werden. Deshalb gibt es ja auch einen Austausch auf Länderebene und einen Prozess zwischen der JMFK und der KMK mit dem Ziel, die Schnittstellen insbesondere zur sprachlichen und mathematischen Bildung – wir alle kennen die Studienergebnisse – noch mehr in den Blick zu nehmen, weil wir diese Fragestellungen flächendeckend in diesem Land haben. Wir bringen uns als Nordrhein-Westfalen in diesen Prozess natürlich aktiv ein und werden aus diesem Prozess auch weitere Erkenntnisse ableiten, die wir dann in die weiteren Maßnahmen einbeziehen werden. Wir haben ein gutes Fundament, was die frühkindliche Bildung angeht. Ich finde, wir haben auch gute Ansätze im Bereich der frühkindlichen Bildung, was die anderen von Ihnen angeführten Punkte im Antrag angeht. Etwa – da bin ich ganz bei Ihnen – die Frage von Bewegung und Motorik ist ja eine, die zu gelingenden Bildungsbiografien, auch zu Sprachbildungsprozessen etc. einen wichtigen Beitrag leistet. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir kürzlich zusammen mit dem Landessportbund und der Staatskanzlei die Rahmenvereinbarung für mehr Bewegung in der frühkindlichen Bildung abgeschlossen haben und gemeinsam Impulse setzen, die dann auch in Richtung der Sprachbildung wirken werden. Dort mit unterschiedlichen Akteuren zusammenzuwirken, die im Bereich des LSB beispielsweise auch die Expert*innen für den Bereich Bewegung sind, das ist ein wichtiger Weg. Auch im Bereich der kulturellen Bildung sind wir ja auf guten Wegen, beispielsweise mit dem Programm „Künstlerinnen und Künstler in Kitas“ des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Das zeigt, dass an ganz vielen Stellen auf bestehende Ansätze aufgesetzt wird und auch neue Ansätze für andere Anreize in das System der frühkindlichen Bildung und in das System von Schule eingefügt werden. Mir ist in diesem Zusammenhang auch wichtig, dass wir natürlich Maßnahmen gegen den Personalmangel ergreifen müssen. Wir haben mit der Personalverordnung und der Anpassung der Personalverordnung die Möglichkeit eröffnet, dass unterschiedliche pädagogische wie therapeutische, aber auch Gesundheitsprofessionen in die Kita kommen können, was dann wiederum dazu führt, dass die ange-Landtag sprochenen multiprofessionellen Teams auch umgesetzt werden können. Es ist ein Schritt, aber diese Möglichkeit haben wir mit der Änderung der Personalverordnung gestärkt, und das ist aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt, weil es den Einrichtungen ermöglicht, sich auch für Logopäd*innen, Motopäd*innen und andere therapeutische Berufe zu öffnen. Damit ermöglichen wir genau diesen multiprofessionellen Ansatz, und das ist ein wichtiger Weg. Der Landesregierung ist die Förderung von Kindern ein ganz wichtiger Baustein für gelingende Lebenswege, für gelingende Bildungsbiografien. Dementsprechend ist es wichtig, im Zusammenwirken auch der unterschiedlichen Ressourcen dafür Sorge zu tragen, dass wir im Bereich der Sprachbildung, wo die Grundlagen für mathematische Kenntnisse und auch für alle anderen gelingenden Bildungsprozesse gelegt werden, im Zusammenwirken jetzt tatsächlich konzentriert und konzertiert weiterkommen. Dementsprechend begrüße ich es sehr, dass die Schulministerin gesagt hat: Wir wollen diesen Ansatz der Sprachstanderhebung strukturieren und in den Blick nehmen und vereinheitlichen, nicht im Sinne eines Delfin-4-Verfahrens – weil das ehrlicherweise an vielen Stellen eine ganze Menge getestet hat, nur nicht den Sprachstand –, sondern indem man andere Wege geht, um einen strukturierten Überblick zu gewinnen und daraus mit den Kindern, mit den Einrichtungen, mit den Schulen Maßnahmen ableiten zu können. – Herzlichen Dank. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)

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