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Rainer Schmeltzer

23.08.2023 Sitzungen 18/39

Danke sehr, Herr Abgeordneter Schalley. – Für die Landesregierung spricht jetzt Ministerin Paul. (Zuruf von Carsten Löcker [SPD]) Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Thema „Chancengerechtigkeit“ ist nicht nur die Klammer unseres Hauses, weil es bei den unterschiedlichen Zuständigkeiten in unserem Haus um Chancen und um Teilhabe geht, sondern es ist natürlich auch die Klammer der Landesregierung. Sprachbildung ist ein zentraler Schlüssel für gelingendes Aufwachsen und für gelingende Bildungsbiografien von Kindern. Neben den Eltern sind die frühkindliche Bildung und die schulische Bildung die zentralen Bildungsinstitutionen, die eine ganz zentrale Rolle einnehmen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen deutlich, wenn auch nicht überraschend oder neu, einen Zusammenhang von Lebenslagen der Kinder und einer gelingenden Sprachbildung. Auch da müssen wir leider konstatieren: Es ist uns noch nicht gelungen, in den letzten Jahren – übrigens auch unabhängig davon, welche Farbe die Landesregierung hatte – diesen Zusammenhang und diese sich auftuende Lücke zu verkleinern. Gleichwohl sind aber Dinge in allen Legislaturperioden auf den Weg gebracht worden, die an diesen Stellen durchaus in die richtige Richtung gehen. Zum Beispiel die plusKITAs und auch die kürzlich in die Landesförderung übernommenen Sprach-Kitas unterstützen noch einmal gezielt Einrichtungen, die Kinder aus sozialbelasteten Lebenslagen, insbesondere auch Kinder mit nichtdeutscher Familiengeschichte, stärker fördern. 23.08.2023 Auch die Familienzentren leisten hier einen wichtigen, strukturellen Beitrag als eine verlässliche und nicht zu unterschätzende Anlaufstelle für Familien im Quartier und im Stadtteil. Zu diesem Kita-Jahr haben wir noch einmal 150 neue Familienzentren an den Start bringen können, weil das ein gutes Instrument und eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Familien darstellt, im Übrigen auch in der Begleitung in die unterschiedlichen Systeme hinein. Das können Familienzentren leisten. Deswegen bin ich froh über diese 150 weiteren Familienzentren. Wir haben jetzt weit über 3.000 Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Hier erhalten Familien niedrigschwellige Unterstützung, finden aber manchmal vielleicht auch einfach nur eine Anlaufstelle bzw. einen Ort des Austausches. Darüber hinaus haben wir aus den anderen Bereichen unseres Hauses heraus noch mal gezielte Sprachförder- und Familienbildungsprogramme unterstützt. Mit den Programmen „Griffbereit“, „griffbereitMINI“ oder „Rucksack KiTa“ gibt es etablierte und gut angenommene Familienbildungsprogramme, die sich insbesondere an Familien mit Migrationshintergrund richten und ebenfalls niedrigschwellig bei der Sprachförderung ansetzen. Auch für Kinder, die keine Kita besuchen, gibt es den verpflichtenden Test Delfin 4 und, sofern erforderlich, eine sich daran anschließende verpflichtende Sprachförderung. Das ist ebenfalls ein grundsätzlich geeigneter Ansatz. Wir alle sind uns darin einig, dass die Ergebnisse der jüngsten Studien zur Sprachbildung von Schulkindern ein Anlass zur Sorge und daher auch zum Handeln sind. In der frühkindlichen Bildung werden die Grundsteine dafür gelegt. Deswegen habe ich gerade ausgeführt, warum es so wichtig ist, dass wir in der frühkindlichen Bildung und auch in der Zusammenarbeit unserer Häuser über diese Konzepte verfügen. Eine Konsequenz, die das Ministerium für Schule und Bildung aus der IQB-Studie ziehen wird, ist die Einführung der heute schon mehrfach angesprochenen standardisierten Screenings. Es ist doch nicht so, als würde den Kindern damit zum ersten Mal Sprachförderung angedeihen, sondern es geht doch darum, dass man hier einen weiteren Baustein aufsetzt, und dies im Übrigen auf Dinge, die in Schulen durchaus schon umgesetzt werden. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Es geht eben mitnichten darum, eine Rückkehr zum damaligen Delfin-4-Test vorzunehmen. Da wäre ich ganz bei Ihnen. Das ist in der Tat gescheitert. Die Frage der alltagsintegrierten Sprachförderung ist in den Kitas gut aufgehoben. Jetzt geht es darum, mit den Screenings den Übergang noch einmal weiter zu gestalten. Viele Schulen führen solche Screenings Landtag bereits durch. Ich persönlich finde ja, das klingt so ein bisschen groß. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP]) Was ist denn ein Screening? Manche Schulen machen das unter anderem in Form von Schulspielen. Es geht um die Frage, wie ein weiterer Baustein der Sprachstanderhebung alltagsintegriert und niedrigschwellig angelegt werden soll, und darum, wie Schulen sich darauf vorbereiten müssen, wie das Sprachniveau ihrer Schülerinnen und Schüler ist. Zukünftig …

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