Ina Brandes
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich freue mich sehr über den heutigen Antrag und darüber, dass wir Gelegenheit haben, über die Dritten Orte zu sprechen. Sie sind aus meiner Sicht wirklich ein Leuchtturmprojekt in der Kulturpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen. Uns erreichen hierzu immer wieder Nachfragen aus anderen Bundesländern, die Ähnliches planen. Es handelt sich also tatsächlich ohne Übertreibung um ein Projekt mit Modellcharakter. Deswegen schließe ich mich sehr gerne dem Dank an Klaus Kaiser, dem geistigen Vater dieses Projekts, an. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) 15.06.2023 Das Ziel des Programms war und ist es, im ländlichen Raum Orte für kulturelle Angebote und Begegnungen zu bewahren, zu entwickeln und zu stärken. So sind in den verschiedenen Regionen in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren insgesamt 26 sehr unterschiedliche Dritte Orte entstanden. Zum Teil waren es leer stehende Ladenlokale, es waren und sind aber auch Kneipen, denkmalgeschützte Gebäude und Industriehallen. Diese Orte haben sich alle zu Stätten entwickelt, an denen Menschen zusammenkommen, sich gemeinsam engagieren, ihre Freizeit verbringen und Kultur erleben. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich an Dritten Orten engagieren, und auch solche, die sich in Zukunft gerne engagieren und ihre Zeit dort verbringen würden. Ich finde es sehr beeindruckend, mit welchem herausragenden Engagement die Akteure vor Ort ihren Dritten Ort mit Leben füllen. Ob Theater, Konzerte, Lesungen, Poetry-Slams oder Mitmachaktionen für alle Altersgruppen: Die Bandbreite der kulturellen Angebote ist riesig und zeichnet dieses Programm besonders aus. Gleiches gilt für die Breite der Träger. Einrichtungen sind in städtischer Trägerschaft, in Vereinshand oder auch in der Trägerschaft einer Genossenschaft. Was alle diese Projekte verbindet, sind die Menschen vor Ort, die sich mit herausragendem persönlichem Engagement einbringen. Genau das brauchen wir in Nordrhein-Westfalen: Menschen, die machen, die anpacken und die sich für unsere Gemeinschaft einsetzen. Deshalb greife ich den Vorschlag von CDU und Grünen, das Konzept der Dritten Orte in Nordrhein-Westfalen fortzuführen und auch auszubauen, natürlich sehr gerne auf. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch analoge Orte brauchen, an denen Kultur und Gemeinschaft erlebbar werden. Das haben wir gerade während der Pandemie gemerkt. Wir können und wollen dieses Zusammensein nicht ins Digitale verlagern. Wir haben das gemeinsame Ziel, in ganz Nordrhein-Westfalen weitere Kultur- und Begegnungsorte im ländlichen Raum entstehen zu lassen. Deshalb planen wir aktuell die Ausschreibung einer neuen Förderphase für weitere Dritte Orte. Zugleich wissen wir aber, dass die bereits entstandenen 26 Dritten Orte sich in einer schwierigen Zeit auf den Weg gemacht haben, um es vorsichtig auszudrücken. Am Beginn der Förderphase stand die Coronapandemie. Viele Begegnungen, viele Kulturveranstaltungen konnten nicht stattfinden. Für einige Dritte Orte kam im Jahr 2021 die Flut dazu, im letzten Jahr waren es Inflation und Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Wir sind uns also der Herausforderungen sehr wohl bewusst, unter denen die 26 Dritten Orte gleichwohl herausragende Arbeit geleistet haben. Landtag Deshalb ist aus meiner Sicht wichtig, im Sinne des vorliegenden Antrags zu überlegen, wie wir diese bestehenden Dritten Orte auch in Zukunft sowohl ideell als auch finanziell und organisatorisch unterstützen können. Ich kann Ihnen versichern: Die Landesregierung arbeitet mit Hochdruck daran, das Konzept der Dritten Orte weiterzuentwickeln und auszubauen und damit den ländlichen Raum in Nordrhein-Westfalen noch attraktiver zu machen. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
