Angela Freimuth
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Guten Morgen! Zurzeit verlassen viele junge Menschen die Schule, beenden ihre Schullaufbahn und starten in einen neuen Lebensabschnitt – entweder in eine duale Berufsausbildung oder sie nehmen ein Studium auf. Wir wollen, dass junge Menschen diese Entscheidung aufgrund ihrer persönlichen, individuellen Fähigkeiten und Talente treffen können und dass sie diese Möglichkeiten auch nutzen und die Chancen Landtag ergreifen können, ihre individuellen Lebenskonzepte zu realisieren. Wir treten dafür ein – und das ist seit vielen Jahren auch eine Anstrengung aus dem nordrhein-westfälischen Landtag heraus –, jungen Menschen die Möglichkeit zu eröffnen, für ihre Talente die passgenauen Entwicklungen und beruflichen Weichenstellungen wählen zu können. (Beifall von der FDP) Wir arbeiten in unseren Schulen daran, dass sie das nötige Rüstzeug dafür bekommen. Mit vielen Maßnahmen helfen wir jungen Menschen dabei, dass sie die richtige Entscheidung für sich treffen können. Wir merken, dass in den vergangenen Jahren die Chancen der dualen Berufsausbildung ein bisschen aus dem Blick geraten sind. Oftmals gibt es ein schlechtes Image, und das ist nicht mit dem berühmten studentischen Lebensgefühl verknüpft. Damit geraten die Chancen, die in einer dualen Berufsausbildung liegen, für junge Menschen ein bisschen aus dem Blick. Viele Eltern machen sich Sorgen und denken darüber nach, dass ihr Kind es einmal besser und leichter haben soll. Oftmals wird dabei der Blick ausschließlich auf das akademische Studium gerichtet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir unterhalten uns in diesem Haus bereits seit vielen Monaten darüber, und es gibt keine politische Farbe, die den Anspruch hätte, dieses Thema allein für sich zu haben. Wir sehen alle, dass diese Entwicklung nicht dazu führt, dass wir jungen Menschen passgenaue Chancen eröffnen. Wir sehen auch, dass wir an vielen Stellen große Schwierigkeiten haben, was den Fachkräftemangel angeht. Das Handwerk etwa beklagt massiv, dass es keine Auszubildenden mehr finde. Deswegen müssen wir die Chancen der beruflichen Bildung noch stärker in den Blick nehmen. Weil uns die Gleichwertigkeit der akademischen und der beruflichen Bildung ein wichtiges Anliegen ist, sagen wir: Lasst es uns in der Verfassung verankern und daraus abgeleitet in alle politischen und fachlichen Bereiche hinein definieren, und zwar über das hinaus, was wir bereits jetzt schon auf den Weg bringen. So können wir den Respekt und die Wertschätzung für die duale Berufsausbildung bzw. die jungen und auch schon etwas reiferen Menschen, die in diesem Bereich tätig sind und dort ihre Chance ergreifen, deutlicher zum Ausdruck bringen. (Beifall von der FDP) Wir haben diesen Vorschlag unterbreitet, weil wir gemeinsam in die Diskussion darüber kommen wollen, wie wir diese Gleichwertigkeit der akademischen und beruflichen Bildung noch stärker verankern können, wie wir diese Wertschätzung noch mehr zum Ausdruck bringen können. 15.06.2023 Das ist heute ein weiterer Schritt in der Diskussion darüber, wie wir das erreichen können. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in den behandelnden Ausschüssen unter Einbeziehung von Expertise bzw. Sachverständigen weiter in den Diskurs und Dialog kommen könnten, damit wir die Gleichwertigkeit gemeinsam in der Verfassung verankern können. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)
