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Ina Brandes

05.05.2023 Sitzungen 18/32

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Damen Landtag und Herren! Musikschulen sind wichtig; denn sie machen nicht nur musikalische Bildungsangebote für alle, sondern bilden auch die Musikerinnen und Musiker von morgen aus. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen; denn ich bin umfangreich in den Genuss von Flötenunterricht gekommen. Mangels Talent hat das zwar zu nichts geführt. Das lag aber nicht an der Musikschule. (Heiterkeit von der CDU) Musikschulen sind außerdem Orte, an denen Vielfalt aktiv gelebt wird. Ich will an dieser Stelle auf ein Projekt hinweisen, das noch gar nicht so sehr bekannt ist, aber ungeheuer wichtig und fördernswert ist, nämlich die Zertifikatskurse für geflüchtete Musikerinnen und Musiker an der Landesmusikakademie. Dabei handelt es sich um ein aus meiner Sicht herausragend wichtiges Projekt, weil es viele Interessen, die wir haben, miteinander verknüpft. Es sorgt dafür, dass geflüchtete Menschen, die zu uns nach Nordrhein-Westfalen kommen und eine neue berufliche Perspektive suchen, in die Musikgemeinschaft aufgenommen werden, eine Aufgabe finden und vor allen Dingen auch dabei helfen, das Problem zu lösen, das wir hier gerade besprechen, nämlich den Mangel an Musiklehrerinnen und Musiklehrern. Insofern halte ich dieses Projekt für unbedingt unterstützenswert. Aber auch darüber hinaus ist sich die Landesregierung der Bedeutung der Musikschulen natürlich sehr bewusst und macht sich unter anderem durch die schon häufig zitierte Musikschuloffensive für die Musikschulen stark. Wichtige Themen wie „Digitalisierung“, „Diversität“, „musikalische Früherziehung“, „Talentsuche“ und „kommunale Bildungsnetzwerke“ werden aus der Praxis der Musikschulen und der Forschung der Musikhochschulen gemeinsam vorangebracht. Um nun auf den bereits mehrfach genannten Beitrag der Musikhochschulen zur Ausbildung einzugehen: Wir sind zu diesem Thema im engen Dialog mit den Musikhochschulen; denn dort ist den Beteiligten selber völlig bewusst, dass auch von den Musikhochschulen ein stärkerer Beitrag zur Ausbildung von Musiklehrerinnen und Musiklehrern geleistet werden muss. Wir sind dort also auf einem sehr klaren Weg. An den Musikhochschulen darf es eben nicht „nur“ – in Anführungsstrichen – um die musikfachliche Ausbildung gehen, sondern muss es auch um die pädagogischen Aspekte gehen, damit wir an unseren Musikhochschulen auch für einen Arbeitsmarkt ausbilden, den es tatsächlich gibt. Dazu gehört außerdem – das ist hier ebenfalls schon angesprochen worden – die Sicherung von sozial-05.05.2023 versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen an den öffentlichen Musikschulen. Da haben wir mit der Musikschuloffensive auch viel erreicht. Um das einmal unmissverständlich zu sagen: Natürlich setzen wir die Musikschuloffensive gerade jetzt fort, weil wir nach der Pandemie und den Krisenzeiten für Kinder und Jugendliche das gemeinsame Musizieren brauchen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Das Kulturministerium und die Bezirksregierungen stehen in engem Kontakt mit den Musikschulträgern, um weitere öffentliche Musikschulen in diese Förderung aufzunehmen. Ich will auch an diejenigen hier im Raum, die kommunalpolitisch aktiv sind, einmal sagen: Die Ausweitung des Programms auf mehr Musikschulen in Nordrhein-Westfalen scheitert nicht an der Bereitschaft und am Geld des Ministeriums, sondern teilweise daran, dass kommunal nicht an dem Programm teilgenommen wird. Deswegen möchte ich alle, die hier im Raum sind, noch einmal bitten, in den jeweiligen Kommunen zu Hause dafür zu werben, dass die Musikschulen sich an diesem wichtigen Programm beteiligen. Wir sind gerne dazu bereit, das Programm weiter auszudehnen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Außerdem – das ist eben auch schon gesagt worden – stehen wir kurz vor dem Abschluss der Evaluation der Musikschuloffensive. Sie wird dann natürlich auch im Ausschuss für Kultur und Medien des Landtages vorgestellt. Ich bin davon überzeugt, dass sie uns wichtige Hinweise darauf geben wird, wie wir dieses Programm weiterentwickeln können. Darüber hinaus steht selbstverständlich außer Frage, dass die Attraktivität der Musikpädagogik auch von einer angemessenen Bezahlung der Lehrkräfte abhängt. Da wir als Land aber nicht Tarifpartner sind – auch das ist schon gesagt worden –, setzen wir auf den Vorbildcharakter der Musikschuloffensive, mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen. Ich hoffe, dass die Musikschulträger dieses Zeichen des Landes für das musikalische Bildungsangebot unserer öffentlichen Musikschulen engagiert aufgreifen. Auf meine Unterstützung können sie sich dabei verlassen. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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