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Carlo Clemens

AfD 05.05.2023 Sitzungen 18/32

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Musik ist ein elementarer Bestandteil kindlicher und schulischer Bildung. Musikalische Angebote unterstützen auch die Wortschatzerweiterung, Melodien und Rhythmen gleichermaßen die phonologische Bewusstheit als eine grundlegende Fähigkeit, die ein Kind benötigt, um Sprache zu erwerben. Sie fördert darüber hinaus Koordination, Kreativität und Konzentration. Musik ist zudem ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur. Deutschland war nicht nur das viel bemühte Land der Dichter und Denker, sondern ist nach wie vor das Land der klassischen Musik, das Land von Beethoven, Bach, Schumann, Brahms oder Wagner, das Land, das sich zahlreiche öffentlich finanzierte Orchester und Opernensembles leistet. Über 14 Millionen Menschen spielen in Deutschland ein Instrument. Bei den unter 16-Jährigen liegt der Anteil laut einer repräsentativen Erhebung des Deutschen Musikinformationszentrums bei fast der Hälfte. Bei den Jüngeren erfreuen sich vor allem Klavier, Blockflöte und Gitarre größter Beliebtheit. Doch zur Realität gehört auch: In vielen Haushalten in NRW gibt es nicht die Zeit, das Geld oder die Bereitschaft, die eigenen Kinder an Musik heranzuführen. Wenn wir nicht von der gut situierten Bildungsbürgerfamilie ausgehen, müssen wir sehen, dass in vielen Familien die Nachfrage nach musikalischer Erziehung gar nicht kultiviert wird. Wir müssen also nicht nur beim Angebot für gehobene Bevölkerungsschichten ansetzen, sondern uns auch Gedanken darüber machen, junge Menschen überhaupt für Instrumente oder Gesang zu begeistern. Viele Eltern können sich in Hochinflationszeiten eine Musikschule nicht leisten – ganz zu schweigen von teuren Instrumenten und anfallendem Zubehör. 05.05.2023 Ein zusätzlicher Besuch einer Musikschule neben dem normalen Schulpensum kann für viele Familien eine Zusatzbelastung sein, die nicht zu stemmen ist. Das fängt beim Hinfahren und Abholen an und endet beim Konzentrationsvermögen nach einem langen Schultag. Darüber hinaus stellen Musikschulen für viele Familien auch eine soziale Hürde dar. Das darf man nicht unterschätzen. Daher müssen wir musikalische Angebote primär an die Schulen und in alle Schulformen holen. Das entlastet Eltern und Schüler gleichermaßen. Bei allen schul- und bildungspolitischen Herausforderungen dieser Zeit fällt die Musik leider oft herunter. Dabei bietet die musikalische Ansprache von jungen Menschen die Chance, sich nicht nur mit der hiesigen Kultur, sondern auch mit Lern- und Kulturtechniken vertraut zu machen, die ebenso in anderen Lernbereichen weiterhelfen. Ich persönlich hätte mich als junger Schüler gefreut, an ein Instrument herangeführt zu werden. Das gab es bei uns an der Schule aber nicht. Der Besuch einer gesonderten Musikschule stand bei uns auch nicht zur Debatte – ein Handicap, das man ein Leben lang mit sich trägt. Ich habe mir zumindest bei meinen eigenen Kindern vorgenommen, das ganz anders anzugehen. Doch klar ist auch, dass ohne enge Kooperationen mit öffentlichen Musikschulen in den Städten, Gemeinden und Kreisen an vielen Schulstandorten nichts gehen würde. Bildungsprogramme wie „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ müssen deshalb unbedingt langfristig gesichert werden. Jedem Kind ein Instrument – dieses Versprechen sollten wir ernsthaft angehen. Für so ein ambitioniertes Projekt brauchen wir natürlich genügend ausgebildete und wertgeschätzte – das heißt nicht zuletzt: sozialversicherungspflichtig fest angestellte und tariflich bezahlte – Musikschullehrkräfte, die finanzielle und soziale Planungssicherheit über ihre berufliche Situation haben. Geförderte Musikschulprojekte und nicht zuletzt die nächstes Jahr auslaufende Musikschuloffensive sind deshalb auskömmlich und dauerhaft zu finanzieren. Diesem Antrag können wir als AfD nur zustimmen. – Vielen Dank und ein schönes Wochenende. (Beifall von der AfD)

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