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Angela Freimuth

FDP 30.03.2023 Sitzungen 18/28

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich immer, wenn es leidenschaftliche Debatten gibt, (Jochen Ott [SPD]: Genau!) werde aber versuchen, es anders aufzuziehen. Landtag Der Einzelne muss die Chance haben, seine Talente für sich und für die Allgemeinheit zu entwickeln und zu nutzen. Das gilt nicht nur für das Studium bzw. auf dem Weg dorthin, sondern das gilt in gleicher Weise für einen Karriereweg mit einer dualen Berufsausbildung. Die berufliche und die akademische Bildung sind für uns Freie Demokraten gleichwertig. Das sollten wir bei allen Diskussionen deutlich im Blick behalten. Der heutige Antrag greift die Problematik auf, dass junge Menschen nach dem Abschluss der Schule den Weg zu unseren Hochschulen entweder gar nicht erst finden oder an den Hochschulen aus unterschiedlichen Gründen nicht erfolgreich durchstarten können. Außerdem weisen die Antragsteller zu Recht darauf hin, dass die Voraussetzungen, die Studienanfänger mitbringen, sehr unterschiedlich sind. Es gibt deshalb nicht das eine Rezept, um junge Menschen für ein Studium zu befähigen und sie mit ihrem Studium dann zum Erfolg zu führen. Wir diskutieren das bereits seit vielen Jahren und sollten deshalb nicht so tun, als hätte der eine oder andere von uns über Nacht das Patentrezept gefunden. (Beifall von der FDP) Der Wissenschaftsausschuss hatte vor einigen Wochen gemeinsam mit dem Schulausschuss eine Anhörung zu der Frage, wie es gelingen kann, den Herausforderungen des Fachkräftemangels im MINT-Bereich erfolgreich zu begegnen. Es wurde bereits angesprochen, und auch mir kam es beim Lesen des Antrags so vor, als hätte der eine oder andere Hinweis aus der Anhörung den Weg in diesen Antrag gefunden. Deswegen will ich ganz klar sagen, dass sich die Auseinandersetzung mit der Thematik ohne jeden Zweifel lohnt. Wir stimmen der Überweisung des Antrags an den Ausschuss gerne zu. Liebe Kolleginnen und Kollegen, für mich war es beeindruckend zu hören, was unsere Hochschulen bereits anbieten und leisten, um den Studienanfängern das Ankommen und Einsteigen zu erleichtern. Hierfür möchte ich für die Fraktion der Freien Demokraten, aber wahrscheinlich auch für Sie alle den Beteiligten, die daran mitwirken, einen herzlichen Dank aussprechen, denn das ist eine ausgesprochen anspruchsvolle Arbeit. Die Sachverständigen unterstrichen aber auch übereinstimmend, dass die Schule zum Beispiel im Bereich der Mathematik nicht ausreichend auf die Anforderungen eines technischen, naturwissenschaftlichen oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiums vorbereite. Seitens der Wirtschaft wurde ergänzt, dass die Schule auch nicht ausreichend auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes bzw. der dualen Berufsausbildung vorbereite. Das gehört ebenfalls zur Wahrheit, und das müssen wir ernst nehmen. 30.03.2023 Wenn wir uns anschauen, dass immer mehr junge Menschen in unserem Land das Abitur ablegen und damit die allgemeine Hochschulreife – zum Teil sogar mit der Traumnote 1,0 – erreichen, darf es uns nicht kaltlassen, wenn Professor Wessels in einem Interview erklärt: „Wir sehen mit Sorge, dass sich die Standards verschieben, ohne das die Leute wirklich besser sind.“ Wenn außerdem der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, ausführt, dass es vielen Studierenden schwerfalle, längere Texte zu lesen oder zu schreiben, dann müssen bei uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, aber vor allem bei denjenigen, die sich im Bereich der Schule engagieren, alle Alarmglocken klingeln. (Beifall von der FDP) Es ist sicherlich nicht nur alles auf die Pandemie zu schieben, wenn die Zahl derjenigen, die ihr Studium abbrechen, ansteigt. (Jochen Ott [SPD]: Richtig!) Wir sind es den jungen Menschen in unserer Gesellschaft schuldig und können ihnen keinen größeren Dienst erweisen, als in der schulischen und akademischen Ausbildung – damit komme ich zum Schluss, Frau Präsidentin – die Anforderungen des Arbeitsmarktes in den Blick zu nehmen. Hierzu lohnt sich sicher eine vertiefte Diskussion. Ich hoffe, wir haben dazu im Ausschuss die Gelegenheit. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)

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