Rainer Schmeltzer
Danke, Herr Abgeordneter Clemens. – Für die Landesregierung spricht Ministerin Scharrenbach. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung: Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! In der Tat bietet dieser Antrag ungeheuer viel Potenzial. Es ist schon verwunderlich, dass in den europäischen Mitgliedstaaten um Deutschland herum sehr viel mehr Recycling-Material verwendet wird als in Deutschland, wenn es um den Hochbau geht. Vor diesem Hintergrund ist der Antrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Besonderen zu begrüßen; immerhin geht es jetzt genau darum, nicht nur im Wort zu führen, dass wir Kreislaufwirtschaft wollen und wir mehr mit recyceltem Material im Hochbau unterwegs sind, sondern die Gründe zu analysieren, warum das so ist, um daraus Konsequenzen für das nordrhein-westfälische Baurecht zu ziehen oder vielleicht auch für die Bundesebene, je nachdem, wo die entsprechenden Veränderungspotenziale liegen. Dazu gehört natürlich auch die Frage der Verwendung von CO -ärmerem Zement. Das sage ich ausdrücklich: Nordrhein-Westfalen hat eine starke Zementwirtschaft, und der darf und muss es gelingen, im Sinne der Sicherung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen und von Studienplätzen einen Weg in die klimaneutrale Industriezukunft zu finden – und das, weil wir eben so besonders viele Bauaufgaben in diesem Bundesland wie auch in der gesamten Bundesrepublik Deutschland haben. Dass das gelingen kann, haben wir bereits gezeigt. Mit dem ersten in Deutschland genehmigten und 3Dgedruckten Haus in Beckum in Westfalen ist ein Bindemittel zur Verwendung gekommen, das mit zwei 29.03.2023 Dritteln weniger CO ausgekommen ist als der herkömmliche Portlandzement. Unsere Industrie in Nordrhein-Westfalen forscht, sie entwickelt, und wir tragen über Förderprogrammatik dazu bei, dass es Verwendung findet. (Beifall von der CDU)
