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Enxhi Seli-Zacharias

AfD 29.03.2023 Sitzungen 18/27

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich freue mich deshalb über die heutige Debatte, weil wir im Anschluss über den Antrag meines Kollegen Carlo Clemens debattieren werden, in dem es um den Anteil männlicher Lehrkräfte an Grundschulen geht. Insofern bin ich sehr gespannt, wie die Debatte gleich verlaufen wird. Ich möchte vorab kurz klarstellen, dass mir ein Punkt besonders wichtig ist. Das möchte ich hier ganz deutlich herausstellen: Das eine ist die Frage, ob wir punktuell ein Problem haben. Das ist im Bildungswesen durchaus ein größeres Problem geworden und hängt unmittelbar mit dem sogenannten Autoritätsproblem zusammen. Darum sollte man auch über den Anteil an männlichen Lehrkräften sprechen. Landtag Das andere ist die Frage, ob wir es punktuell mit einem staatlichen Diktat zu tun haben, das durchaus in eine Nische gesteckt werden kann, die die Grünen sehr gut beherrschen, nämlich die der Gender-Ideologie. Da will ich ganz ehrlich einmal eingreifen. Vor allem in diesem wichtigen Punkt sollten wir ganz klar unterscheiden: Worüber sprechen wir eigentlich? Ich finde, dass die Kollegin der Grünen es gerade sehr deutlich auf den Punkt gebracht hat. Genau vor diesem Hintergrund sollten wir die Debatte meines Erachtens nicht führen, weil hier der verfälschte Eindruck entsteht, als würden wir wieder in die Debatte der Gleichberechtigung abdriften wollen. Das ist falsch, weil genau dieser Punkt von grünen Ideologen durchaus pervertiert wird. Mir ist es wichtig, in der Diskussion über die Berufswahl immer den Gedanken der freien Berufsauswahl im Kopf zu behalten. Ich darf ganz kurz an den Antrag erinnern. Sie schreiben als regierungstragende Fraktionen in Ihrem Antrag, dass Sie lediglich die Horizonte erweitern wollen oder Denkblockaden durchbrechen möchten. In Wahrheit aber wollen Sie ganz gezielt in die Lebensplanung eingreifen. Das ist falsch. Anstatt über eine Art Programmierbarkeit junger Menschen gemäß bestimmten Gesellschaftsvorstellungen zu sprechen, würde ich mir wünschen, dass wir mal auf ganz aktuelle Zahlen schauen. Diese Gesellschaftsvorstellungen werden deutlich, wenn man sieht, dass in dem Antrag plötzlich von „Klimaberufen“ gesprochen wird. Daran erkennt man die enge ideologische Verflechtung. Fakt ist, dass der Mehrheit der Jugendlichen ein Durchblick bei der Berufswahl fehlt. Das zeigen uns die Zahlen. 53 % finden sich bei den vielfältigen Informationen zum Thema „Berufswahl“ nur sehr schwer zurecht. Nur 37 % der Befragten schätzen die Unterstützung bei der beruflichen Orientierung überhaupt als ausreichend ein. Für drei Viertel der Jugendlichen sind die Eltern die wichtigsten Unterstützer. Diese Zahlen sind ganz wichtig, um zu verstehen, welche Hilfestellung wichtig für die Jugendlichen wäre. Das ist übrigens eine Erhebung der Bertelsmann Stiftung. Da könnte sich vielleicht auch die SPD noch ein bisschen weiterbilden. Wir müssen an der Stelle noch einmal deutlich betonen, dass eine ideologische Umerziehung der falsche und eine neutrale Berufsinformation der richtige Weg ist. Ich möchte betonen, was ich mit „neutral“ meine. Ich beziehe mich auf Beispiele, die Sie alle sicherlich auch erlebt haben. In all den Berufsinformationsveranstaltungen zeigt sich die grüne Ideologie. Bitte verzeihen Sie, wenn ich das immer wieder betone, aber Ihr Schlusssatz war für mich bemerkenswert. Ich habe von so vielen Beispielen erfahren, denen zufolge Jugendliche, die rollentypische Berufe, wie Sie 29.03.2023 es nennen, gewählt haben, während verschiedener Informationsveranstaltungen zurechtgestutzt wurden. Genau das braucht ein Jugendlicher, der gerade in einer Orientierungsphase ist, nicht. Ich wünsche mir an der Stelle Neutralität, freie Auswahl und die Unterstützung des Staates dabei, den Jugendlichen zu einer richtigen Orientierung zu verhelfen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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