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Sonja Bongers

SPD 10.03.2023 Sitzungen 18/26

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann es heute einfach nicht lassen, an gestern anzuschließen. Ich erwähne nochmals, dass ich glaube, dass die CDU ein Problem mit der Kausalkette hat. Guten Anträgen kann man zustimmen. Hier ist es zwar nur eine Überweisung, aber Sie haben gerade – wie wir alle – so inbrünstig von Europa geschwärmt, dass man festhalten muss, dass es ein guter Antrag ist, auch wenn er aus Ihrer Sicht vonseiten der Opposition kommt. (Beifall von der SPD und Dr. Hartmut Beucker [AfD]) Viele von uns wissen: Reisen bildet und lässt junge Menschen reifen. Durch Reisen entstehen Möglichkeiten, neue Freundschaften zu schließen und Vorurteile abzubauen. Manchmal prägen diese Erfahrungen ein ganzes Leben lang. Der vorliegende Antrag enthält zwei sehr konkrete Initiativen, die jungen Leuten den Austausch mit Menschen aus unseren europäischen Nachbarstaaten ermöglichen: Zum einen geht es um eine Initiative der deutschen und der französischen Regierung, und zwar um das Élysée-Sommerticket. Im Jahr 2023 sollen etwa 60.000 Tickets verlost werden. Mit diesen Tickets können Jugendliche anlässlich der Feierlichkeiten zum Élysée-Vertrag historische und politische Orte besuchen. Außerdem können sie kulturelle Angebote wahrnehmen, die durch das Deutsch-Französische Jugendwerk organisiert werden. 10.03.2023 Zum anderen soll gemeinsam mit dem Deutsch-Niederländischen Jugendwerk eine ähnliche Initiative entwickelt werden. Dabei geht es um die Verlosung von 100 Interrail-Tickets pro Jahr durch die Landesregierung, wobei das Programm #AzubiGoEU um einige Elemente erweitert wird. Beide Initiativen finden wir unterstützenswert. Wichtig ist mir, ist uns als Sozialdemokraten allerdings auch, dass von diesen Initiativen gerade Jugendliche profitieren sollten, die aus weniger privilegierten Elternhäusern kommen. Ich meine damit Elternhäuser, die ihren Kindern aufgrund von Armut oder fehlender Teilhabe keinen Zugang zu solch lebensbildenden und horizonterweiternden Erfahrungen ermöglichen bzw. sie nicht an solche Reisen heranführen können. Denn von solchen Programmen wissen in der Regel vor allem die gesellschaftlich gut situierten Familien, die ohnehin bestens aufgestellt, informiert und mit vielen Ressourcen ausgestattet sind. Ich würde mir sehr wünschen, dass erstere Zielgruppe noch konkreter angesprochen wird und dass die entsprechenden Maßnahmen bzw. die Verlosungen weiter öffentlich beworben werden. Ich finde es außerdem schade, dass der Antrag einen ausschließlichen Schwerpunkt auf den deutschfranzösischen und den deutsch-niederländischen Austausch legt. Auch wenn die deutsch-französische Freundschaft ein Grundstein für den Frieden in Europa darstellt und die Niederländer unsere unmittelbaren Nachbarn sind, ist das kulturelle Erbe in Europa größer. Gerade in NRW leben viele Menschen mit spanischen, italienischen oder polnischen Wurzeln. Europa ist kulturell vielfältig und reich. Das sollten wir bei hoffentlich zukünftigen Programmen nicht vergessen. Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir finden den Antrag sehr sinnvoll, freuen uns auf die Diskussion im Fachausschuss und stimmen der Überweisung selbstverständlich zu. – Recht herzlichen Dank. (Beifall von der SPD und Dr. Werner Pfeil [FDP])

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