Rainer Schmeltzer
Danke, Herr Abgeordneter Professor Zerbin. – Für die Landesregierung spricht Frau Ministerin Gorißen in Vertretung für Ministerin Brandes. (Rodion Bakum [SPD]: Die nächste zustän- dige Ministerin?) Silke Gorißen*), Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Man muss sich doch manchmal wundern, sehr geehrter Abgeordneter Dr. Hartmann; denn man braucht nicht einmal Künstliche Intelligenz, um auf die Idee zu kommen, dass eine Ministerin, die zuständig ist, vielleicht eine Terminkollision hat und deswegen heute nicht hier spricht. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Frau Ministerin Brandes befindet sich im Zug auf dem Weg zur Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz. Ich glaube, das ist ein sehr wichtiger Termin. (Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]: Seit einer Woche angekündigt im Übrigen!) Damit ist alles gesagt. Ich wäre mit solchen Unterstellungen vorsichtig. (Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]: Eine Ver- einbarung der PGs gibt es im Übrigen dazu!) Ich finde, so geht man nicht miteinander um. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Meine Damen und Herren, Künstliche Intelligenz ist (Unruhe – Glocke) eine der Schlüsseltechnologien der Gegenwart. Als solche betrifft sie alle Bereiche unserer Gesellschaft, selbstverständlich auch das Bildungswesen. Entsprechend prominent ist das Thema im schwarz-grünen Zukunftsvertrag verankert. Entsprechend groß sind auch die Bemühungen der Landesregierung, den kritischen Einsatz Künstlicher Intelligenz an den Schulen, in Studium und Lehre zu fördern sowie die Forschung in diesem Feld zu stärken. Beispielsweise im Center for Advanced Internet Studies oder im KI-Kompetenzzentrum Lamarr-Institut unterstützen wir Forschungsvorhaben zu technologischen, ethischen, rechtswissenschaftlichen, ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit KI. Diesen Weg wollen wir zielgerichtet fortsetzen. Landtag Im Hochschul- und Schulbereich setzen wir uns damit auseinander, wie wir die Auswirkungen von KI auf Prüfungsformen sowie auf Lehr- und Lernprozesse gestalten können und wollen. Dazu hat das Ministerium für Schule und Bildung am 23. Februar 2023 einen Handlungsleitfaden zum Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen veröffentlicht. In dem Leitfaden werden die Implikationen von Textgeneratoren, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, für den schulischen Bereich betrachtet. Im Rahmen ihrer Hochschulautonomie müssen die Hochschulen klären, inwieweit neue Instrumente der KI eine Weiterentwicklung der jeweiligen Prüfungsanforderungen erforderlich machen. Hierzu steht das Ministerium für Kultur und Wissenschaft mit den Hochschulen in regelmäßigem Austausch. Das nordrhein-westfälische Hochschulgesetz kennt aber schon heute passende Instrumente, um mit unzulässigen Täuschungsversuchen umzugehen. Darüber hinaus wird das Thema „Künstliche Intelligenz“ innerhalb des Verbunds der Digitalen Hochschule NRW als Zusammenschluss von 42 Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft bearbeitet – mit dem Ziel, übergreifende Lösungen zu finden, die nicht nur einzelnen, sondern möglichst vielen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zugleich zugutekommen. KI-basierte Learning Analytics bieten die Möglichkeit für eine individualisierte Lehre, die auf dem Vorwissen und den Kompetenzen der Lernenden aufbaut. Um die damit verbundenen Chancen zu nutzen, beteiligt sich Nordrhein-Westfalen beispielsweise an den länderübergreifenden Vorhaben Intelligent Tutorial System und Adaptive Learning Cloud im Digital-Pakt Schule. Einsatzmöglichkeiten für KI gibt es insbesondere auch in den Studieneingangsphasen, um gezielt Wissenslücken zu schließen und Vorwissen aufzufrischen. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive und aus Mitteln des Hochschulpakts fördert das Ministerium für Kultur und Wissenschaft unterschiedliche Projekte zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Learning Analytics. Dazu gehören das Grundlagenprojekt KI:EDU.NRW oder das Projekt „Adaptives Lernen in der Studieneingangsphase“. Die kritische Nutzung von Künstlicher Intelligenz im Bildungswesen setzt voraus, dass Schülerinnen, Schüler und Studierende über die nötige Medienkompetenz verfügen. Seit 2019 wird in allen Kernlehrplänen der allgemeinbildenden Schulformen der Medienkompetenzrahmen vollständig umgesetzt. Diese Umsetzung, die sich sukzessive über alle Schulformen und Fächer erstrecken wird, bildet eine gute Grundlage, um auch für neue Herausforderungen durch KI gewappnet zu sein. 09.03.2023 Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft fördert zudem verschiedene Projekte, mit denen die Medienkompetenz von Studierenden gestärkt werden soll, wie etwa digi-komp.nrw 2.0. Die digitalen Lehrund Lernmaterialien aus diesem und anderen Projekten werden allen Studierenden auf dem Landesportal ORCA.nrw zur Verfügung gestellt werden. Das Potenzial von KI im Bildungswesen ist enorm, und wir arbeiten auf allen Ebenen daran, es voll auszuschöpfen. Zugleich gilt es, den Einsatz von KI kritisch zu begleiten. Auch das tun wir schon heute mit zahlreichen Bildungs- und Forschungsprogrammen. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
