Dr. Christos Katzidis
Erstens. Die Verbände beschäftigen sich damit. Landtag Zweitens. Der Westdeutsche Fußballverband hat aktuell eine Änderung des § 8 der Rechts- und Verfahrensordnung im Umlauf. Drittens. Den Punkt, den Sie gerade ansprechen, diskutieren wir ja auch in anderen Bereichen, wenn es um Ermessensspielräume geht. Das diskutieren wir an allen Stellen. Die Frage ist: Muss das Mindestmaß erhöht werden? Noch einmal: Ich würde mir wünschen, dass klarere, deutlichere und härtere Strafen gerade bei Gewalttätern ausgesprochen werden. Wenn das feststellbar nicht der Fall ist, dann müssen wir auf allen Ebenen darüber diskutieren, dass die Mindeststrafen angehoben werden. Da sind wir auch beieinander. In diesem Punkt haben wir überhaupt keinen Dissens. Aber das wird gerade diskutiert, Herr Kollege Wagner. Lassen Sie mich abschließend noch einen Satz sagen – denn Sie haben jetzt auch noch einmal die Schiedsrichter angesprochen, Herr Wagner –: Es ist ja eben wieder die Mutmaßung aufgestellt worden, dass die Gewaltsituation insbesondere gegenüber den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern das ausschlaggebende Kriterium sei, warum die Zahlen so schlecht sind. Das hat aber sehr viele Ursachen. Die Ursachen liegen auch im ehrenamtlichen Engagement insgesamt. Nicht dargestellt haben Sie übrigens, dass wir von 2021/2022 bis heute in der Bundesrepublik Deutschland, aber auch in den Verbänden einen Zuwachs an Schiedsrichtern von 11 % haben. Es geht also wieder aufwärts. Auch das haben Sie zumindest nicht dargestellt. Ich finde es unerträglich, dass Sie hier wieder in dieser Art und Weise agiert haben. Mit war es wichtig, in aller Deutlichkeit Zahlen, Daten und Fakten zu nennen und noch einmal aufzuzeigen, was in den ehrenamtlichen Strukturen des Deutschen Fußballbundes alles geleistet wird. Das Bild ist nicht so schwarz, wie Sie es hier wieder skizziert haben. Auf allen Ebenen beschäftigt man sich ganz viel mit dem Thema „Gewalt“. Man versucht an zahlreichen Stellen, sie auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Ich hoffe und denke, wir haben Konsens darüber, dass wir in einer freiheitlichen Gesellschaft nie auf 100 % kommen. Wir werden nie in einer gewaltfreien Gesellschaft leben – es sei denn, Sie wollen, ähnlich wie die AfD, einen Polizeistaat und alle Menschen von vornherein kontrollieren. Ich möchte das nicht. Deswegen hoffe ich, dass wir diesen Antrag in den Fachausschüssen schnell begraben werden. (Zuruf von Markus Wagner [AfD]) Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) 26.01.2023
