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Ina Brandes

08.12.2022 Sitzungen 18/17

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zunächst entschuldige ich mich bei allen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass sie das gerade hören mussten. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Jetzt machen wir wieder ernsthafte Politik. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – An- dreas Keith [AfD]: Da müssen Sie selber la- chen!) Ich bin davon überzeugt, dass der Fachkräftemangel insgesamt, aber insbesondere jener im MINT-Bereich, eine der größten Gefahren für den Wohlstand in unserem Land ist. Das sehe ich auch deswegen so, weil ich 15 Jahre lang das Vergnügen hatte, in der Planungs- und Bauwirtschaft tätig zu sein und mich mit der fachkräftebezogenen Mangelverwaltung, die dort herrscht, tagtäglich auseinanderzusetzen. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich heute als Wissenschaftsministerin vor Ihnen stehen und jetzt einen Beitrag dazu leisten darf, dieses Thema in den Griff zu bekommen. 08.12.2022 Ich will aber auch einmal sagen, dass für mich berufliche und akademische Bildung absolut gleichwertig und gleich wichtig sind. Wir als Landesregierung werden uns dafür einsetzen, beides zu stärken, die Durchlässigkeit zwischen beidem so gut, wie es irgendwie geht, zu ermöglichen und zu verbessern und allen Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen einen guten Bildungsabschluss zu ermöglichen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Jo- chen Ott [SPD]: Da sind wir ja mal gespannt!) Es ist schon viel darüber gesagt worden, ich glaube, von allen demokratischen Fraktionen, dass wir aktuell viele gute Programme haben. Die Initiative zdi, Talentscouting, ArbeiterKind.de sowie die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, den IHKs und den Verbänden sind genannt worden. Auch das duale Studium spielt in diesem Zusammenhang eine große Rolle. All das ist gut und richtig und wird in dieser Legislaturperiode weiterentwickelt werden. Im kommenden Haushalt, der hoffentlich am 20. Dezember verabschiedet werden wird, haben wir einen Schwerpunkt auf Stärkung und Ausbau von zdi gesetzt, weil ich glaube, dass es sich dabei um eines der wirksamsten Instrumente handelt. Der Mädchenanteil bei den zdi-Teilnehmenden liegt übrigens bei 45 %. Wir sind da also auf einem guten Weg. Gleichzeitig bin ich aber auch der Überzeugung, dass es in unserem Bildungssystem Sollbruchstellen gibt und dass es in Bildungsbiografien Punkte gibt, an denen wir die Jugendlichen verlieren. Häufig ist es eine relativ lange Orientierungsphase nach dem Schulabschluss, die inzwischen eher noch länger wird, weil durch Corona vieles nicht mehr ganz so stabil ist, wie es früher war. Es ist auch eine sagenhafte und furchtbare Abbrecherquote im Ingenieurbereich, die irgendwo jenseits von 80 % liegt. Und es ist natürlich der Frauenanteil in den MINT-Berufen, über den schon viel gesagt worden ist. Nach den vielen Gesprächen, die ich mit der Wirtschaft und der Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen geführt habe, glaube ich, ehrlich gesagt, dass wir für einen Großteil dieser Probleme Lösungen gefunden haben. Wir haben sie aber häufig nur punktuell, in einzelnen Regionen des Landes, in einzelnen Bereichen gefunden. Eine große Aufgabe der anstehenden Fachkräfteoffensive wird sein, dass wir all diese Initiativen zu einem Gesamtbild zusammenfügen, das sicherstellt, dass uns niemand auf dem Bildungsweg verloren geht. Das gilt im Übrigen nicht nur für den MINT-Bereich, sondern für alle Fachkräftebereiche – aber eben auch für MINT. Ich bin davon überzeugt, dass es unsere gemeinsame politische Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass alle Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen einen guten Bildungsabschluss erwerben und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben haben können, das Landtag ihnen Spaß macht, sie erfüllt und unsere Wirtschaft und Gesellschaft weiterbringt. Ich hoffe sehr, dass wir gemeinsam daran arbeiten können. Ich werde meinen Beitrag leisten. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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