Angela Freimuth
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! In der Tat ist der Mangel an Fachkräften eine Bedrohung unseres Wohlstands und eine Gefährdung des Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen. Insbesondere im MINT-Bereich – das ist schon angesprochen worden – ist der Mangel an Fachkräften massiv. Deshalb ist es richtig, dass wir uns auch in dieser Legislaturperiode weiterhin mit der Fachkräftegewinnung insbesondere im MINT-Bereich auseinandersetzen. Ich stimme den Antragstellern zu, dass wir das aus den unterschiedlichsten Perspektiven angehen müssen, denn die Ursachen für den Fachkräftemangel gerade im MINT-Bereich sind nicht monokausal. Auch in den vergangenen Jahren haben wir mit den unterschiedlichsten Ansätzen vieles auf den Weg gebracht: zdi-Netzwerk, Berufs- und Studienorientierung, geschlechtersensible Heranführung an MINT, ArbeiterKind.de, Studienberatung, Vorkurse, Next-Career und Studienzweifler, Kooperationen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Universitäten, duale Studiengänge und Beratungsstrukturen für Spurwechsel und Ähnliches. Es ist unser gemeinsames Ziel und Interesse, die Neugierde für und das Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu wecken. Auch die Fachkräfteoffensive in Nordrhein-Westfalen wird zu Recht angeführt. Es bleibt auch richtig, mit diesen Maßnahmen sehr frühzeitig, auch im Bereich der vorschulischen Bildung und in den Schulen, zu beginnen, um dort die MINT-Bildung zu stärken und das technisch-digitale Verständnis weiterzuentwickeln. Es gibt eine ganze Reihe sehr erfolgreicher Projekte, die zeigen, mit welcher Begeisterung, Neugierde und Faszination zum Beispiel Kinder durch Projekte und Experimente Zugang zu Technik und Naturwissenschaften erfahren und welches Erfolgsgefühl die Erfahrung auslöst, etwas selbst konstruiert und gebaut zu haben oder einen Roboter mit dem eigenen Programm dazu zu Landtag bringen, das zu tun, was man ihn machen lassen wollte. Anders als Kollegin Eisentraut, die Informatik studiert hat – ich finde, es tut dem Parlament sehr gut, dass sie diese Erfahrung einbringt –, habe ich als junge Frau mit Abitur eine Ausbildung zur Werkzeugmacherin absolviert. Das war 1985 auch noch eine ziemliche Rarität. Ich kann nur bestätigen: Technik kann begeistern. Ich kann insbesondere Frauen und Mädchen nur sehr ermutigen, die Chancen von Berufen im MINT-Bereich anzunehmen, anstatt beim Berufswahlverhalten immer noch in tradierten Rollen zu verharren. (Beifall von der FDP, der CDU, der SPD und den GRÜNEN) Kollege Tigges hat die duale Berufsausbildung bereits angesprochen. Die duale Berufsausbildung ist für uns Freie Demokraten auch hinsichtlich Talentförderung und Karrierechancen genauso wertvoll und genauso wichtig wie die akademische Bildung. Und natürlich müssen wir die unterschiedlichen Karrieremöglichkeiten und Karrieremodelle auch aufzeigen. Es ist richtig und wichtig, dass wir die Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Universitäten, den Technischen Universitäten, den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, den Kammern, den Wirtschaftsverbänden, den Schulen und den Lehrerinnen und Lehrern weiterentwickeln. Insofern ist hier noch viel zu tun. Wir müssen eine gezielte Orientierungsphase für angehende Studierende ermöglichen, damit sie die Chance haben, die Faszination kennenzulernen und die Frustrationsschwelle, die bei MINT-Studiengängen oftmals besonders schnell erreicht ist, als Chance und Herausforderung zu überspringen und sich nicht davon abschrecken zu lassen. Sie haben in Ihrem Antrag viele wichtige Maßnahmen als Prüfaufträge formuliert. Sie alle können weiterhin wichtige Beiträge liefern. Ich habe ein bisschen geschmunzelt, als ich diese Prüfaufträge dann gesehen habe, weil die Ministerin bereits vor wenigen Wochen im Ausschuss angekündigt hat, dass das Ministerium bereits mit den Beteiligten aus der Wissenschaft Maßnahmen zur Stärkung des MINT-Bereiches …
