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Dr. Gregor Kaiser

GRÜNE 08.12.2022 Sitzungen 18/17

Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen! Herr Brockes, Sie müssen sich schon entscheiden, was Sie wollen. In Ihrem ersten Beitrag sagen Sie: Altbestände gibt es nicht mehr. – In Ihrem zweiten Beitrag sagen Sie zur Kalkung: Wir brauchen die Kalkung, damit die Altbestände erhalten bleiben. – Worüber reden wir denn jetzt? Machen Sie das doch mal deutlich. Das haben Sie bisher in zwei Redebeiträgen nicht geschafft. (Beifall von den GRÜNEN – Zuruf von Dietmar Brockes [FDP]) Zur Bodenschutzkalkung wollte ich heute gar nicht so viel sagen – deswegen habe ich es im ersten Beitrag auch nicht gemacht –, weil wir ja im Ausschuss noch darüber reden werden. Es war die Vereinbarung, dass wir das Thema dort hinbringen. Aber aufgrund von geänderten Umweltbedingungen und Depositionsbelastungen sind Waldkalkungen vielerorts gar nicht mehr notwendig. Bayern verzichtet zum Beispiel komplett darauf. Denn einen Nachholbedarf – so hat eine Überblickstudie ergeben – gibt es nicht. Darüber hinaus ist Bodenversauerung nicht mehr das gravierendste Problem, sondern Stickstoffeutrophierung und der Klimawandel gefährden unsere Waldökosysteme am meisten. Dagegen müssen wir vorgehen. Waldkalkung ist tatsächlich nicht mehr das, was es in den 80er-Jahren noch war. Kollege Ritter hat eben schon das Notwendige dazu gesagt. Aber wir werden im Ausschuss darüber noch diskutieren, und darauf freue ich mich. Wir wissen auch: Mit den bisherigen Methoden – das haben wir in den vergangenen Jahren gesehen – haben wir es nicht geschafft, den Wald zu erhalten. Deswegen müssen wir neu denken, statt immer wieder in die 80er- und 90er-Jahre zurückzufallen. Einige Forstbetriebe haben schon in den vergangenen Jahren mit der naturgemäßen Waldwirtschaft versucht, anders zu wirtschaften, Dauerwald zu erstellen. Genau in die Richtung muss es gehen. Davon habe ich bei Ihnen gerade nichts gehört. Aber wir haben ja noch Zeit bis zur Ausschusssitzung. In den nächsten anderthalb Jahren belesen Sie sich vielleicht dazu, sodass wir da weiterkommen. – Vielen Dank dazu. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU) Als Letztes noch zur Baumartenwahl. Frau Kahle-Hausmann hat gerade gesagt, dass auch die Eichen kein zukunftsfähiger Baum mehr seien. Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich würde das auch abstreiten, denn wir müssen an erster Stelle erst einmal auf unsere heimischen Baumarten setzen. Da gehört die Eiche, da gehört die Traubeneiche dezidiert dazu, da gehört auch die Tanne, die Weißtanne dazu, um einen stabilen Mischwald aufzubauen, in dem auch Nadelgehölze sind. Landtag Wir werden an der einen oder anderen Stelle andere Baumarten anpflanzen, Experimentierbaumarten anpflanzen. Das kann man sicherlich mal machen und auch beobachten, was passiert. Aber mit den heimischen Baumarten und deren Epigenetik werden wir eine ganze Menge machen können. Damit werden wir klimastabile Mischwälder aufbauen können, bzw. sie werden sich selbst aufbauen können. Wir werden daraus mit forstlichen, waldbaulichen Maßnahmen für uns auch Holz nutzen können, um damit in eine ökologische Zukunft zu gehen. – Vielen Dank. (Beifall von den GRÜNEN und der CDU)

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