Jochen Ott
Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Frau Ministerin, erst einmal herzlichen Dank insbesondere für Ihre Worte zum Erzbistum Köln. Ich möchte kurz meinen Blick auf das Thema schildern. Vor einigen Wochen bin ich in meinem Wahlkreis einfach mal zu einer Besinnungswoche der Betroffenen und der Mitarbeiter im Erzbistum gegangen, weil ich hören und erfahren wollte, was dort diskutiert wird. Die Menschen waren sich mit einer starken Kritik an uns, an der Politik und am Staat, alle einig. Der Vorwurf an uns Politiker war: Ihr in den Parlamenten mischt euch nicht ein, was die Kirche angeht; ihr lasst und alleine. Ich habe dort mehrfach gehört, dass die Leute immer wieder gesagt haben, es könne nicht sein, dass die Kirche ihre Aufarbeitung selbst definiert. Es müsse einen allgemeingültigen Standard geben, und es dürfe keine rechtsfreien Räume geben. Maria 2.0, die Betroffeneninitiativen und die Beschäftigten haben dringende Appelle geäußert, sie nicht alleine zu lassen. 24.11.2022 Ich persönlich erlebe, dass sich immer mehr Menschen mit meiner Sozialisation von der Kirche abwenden. Ich war mit drei Jahren im katholischen Kindergarten und danach in der katholischen Grundschule. Ich war Messdiener, KJGler, Vorsitzender eines Pfarrgemeinderats, Zivildienstleistender, und ich habe mit anderen die Kinderzeltstadt HöVi-Land im Kölner Osten aufgebaut. All diese Sozialisationserfahrungen von Gemeinschaft und Freundschaft waren für mein politisches Leben handlungsleitend. Die Spiritualität und das soziale Engagement ist für viele Christen in unserem Land, die sehr aktiv auch in der Demokratie mitwirken, handlungsleitend. Viele von diesen Menschen leiden aber daran, dass ihre Sozialisation in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck gerät, …
