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Josef Neumann

SPD 23.11.2022 Sitzungen 18/14

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich würde hier heute meine Kollegin Christina Weng stehen und zu diesem Tagesordnungspunkt sprechen. Sie ist leider erkrankt. Von hier aus deshalb die besten Genesungswünsche nach Ostwestfalen. (Beifall von der SPD und den GRÜNEN) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir wissen, dass Familien während der Pandemie ihre Überlastungsgrenzen weit überschritten haben. Viele von uns haben dies selbst unmittelbar erlebt: Lockdown, Homeschooling, Kita- und Schulschließungen. Corona hat in den letzten zwei Jahren das Familienleben in Deutschland großen Zerreißproben ausgesetzt. Und nun? Was sagt der Blick in die Zukunft? Visionen, große Unsicherheit. Der Ukraine-Krieg, der drohende Klimawandel, die Energiekrise, die Inflation – sie erfassen das Lebensgefühl, die körperliche und mentale Verfasstheit der Familie als Ganzes und jedes einzelnen Familienmitglieds. Bei diesen individuellen Elementen eines Familienverbandes gibt es ganz unterschiedliche und sensible Bedürfnisse. Wenn Eltern unter finanziellem Druck stehen, wenn die Betreuung der Kinder durch fehlende Kita-Plätze nicht gesichert ist, wenn wie in vielen Haushalten noch pflegebedürftige Angehörige zu versorgen sind, dann ist die Belastung sehr groß. Zum Thema „pflegende Angehörige“ werden wir morgen ebenfalls einen Antrag in das Hohe Haus einbringen und werden auch dafür um Ihre Zustimmung werben. Ein Leben, das durch die Pflege eines Angehörigen geprägt ist, ist ein Leben voller Sorge, voller Unsicherheit, voll strapazierender Suche nach Lösungen. Landtag Es ist geprägt von schwerer körperlicher und emotionaler Anstrengung, was gesundheitliche Spuren hinterlässt, ein Leben mit kaum oder wenig Freizeit, die kleinen freien Momente befasst mit der Suche nach Finanzierungen für benötigte Behandlungen, Hilfsmittel oder Medikamente, die das Leben der zu Pflegenden und das der Pflegenden erträglich machen. Viele Eltern merken – nein, man muss hier vor allem sagen, viele Mütter merken –: Ich kann nicht mehr. Oder sie sehen: Mein Kind kann es auch nicht mehr. Meine körperliche, meine psychische Gesundheit und auch die meiner Kinder leidet. – Wir sehen es an den konkreten Zahlen. Die Kurplätze waren schon Anfang des Jahres 2022 belegt und sehr stark ausgelastet. Die Kuren für Familien, für Menschen in Erziehungsund Pflegeverantwortung stehen nicht unter der Finanzierungsstruktur der Krankenhäuser, und sie fallen nicht unter den Rettungsschirm der Bundesregierung. Deshalb benötigen sie, deshalb benötigen die Eltern und Kinder die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen. (Beifall von der SPD) Sie bieten nämlich nicht nur medizinische oder ärztliche Behandlung, sondern auch Sport- und Bewegungstherapie, Gruppen- und Einzelgespräche, psychologische Beratung und vieles mehr. Ich habe mir das vor Ort in Horn-Bad Meinberg angeschaut. Man hat mir dort berichtet, wie Frauen, die zur Kur kommen, ziemlich belastet sind, unter Burnout leiden, unten sind und nach der Kur frohen Mutes und erhobenen Hauptes wieder nach Hause zurückkehren, um sich um die Familie, um die Pflege der Angehörigen und andere zu kümmern. Die Ausgangslage ist aktuell sehr schwierig. Wir wissen um die Schwierigkeiten in den Praxen. Wir wissen um die gesamte Situation in der Pädiatrie und in den Kinderkliniken. Wir wissen um die Aufnahmestopps in kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen. Genau an dieser Stelle setzen die Kureinrichtungen an. Sie geben den Menschen, was notwendig ist, um durch den Alltag zu kommen, um der Familie und der Gesellschaft überhaupt noch eine Möglichkeit zu geben, dabei zu sein. (Beifall von der SPD) Diese Einrichtungen stehen unter einem massiven finanziellen Druck, und zwar im gesamten Lande. Diese Einrichtungen sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Gewissheit, dass es weitergeht. Sie brauchen die Gewissheit, dass die Häuser gesichert werden, dass die Angebote für Eltern, für Mütter und Väter, für Kinder, für die Träger, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert sind. Deshalb müssen wir alles dafür tun, die Kureinrichtungen für die Familien, für die Kinder in Nordrhein-Westfalen zu erhalten, zu stärken und in dieser Krise zu erreichen, dass sie nicht den Bach runtergehen. 23.11.2022 (Beifall von der SPD) Wir überweisen diesen Antrag an die Fachausschüsse, weil wir glauben, dass wir gemeinsam konstruktiv nach Lösungen für die Betroffenen suchen müssen, wenn wir nicht wollen, dass das, was in den letzten Tagen kursierte … Es hieß immer: Leistung muss belohnt werden. – Die Leistung von Müttern, von Vätern, von denen, …

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