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Rainer Schmeltzer

29.06.2022 Sitzungen 18/3

Herr Minister Laumann, Sie haben das Wort. Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales: Natürlich haben wir im Ministerium Vorkehrungen getroffen, damit wir, egal wann, in der Lage sind, lieber Josef Neumann, in möglichst kurzer Zeit wieder möglichst viele Menschen zu impfen. Das haben wir gemacht, indem wir die kommunalen Impfstrukturen, obwohl zurzeit die Impffront im Großen und Ganzen gar nicht aktiv ist, erhalten haben. Die kommunalen Strukturen, die KoCIs wissen ganz genau, welche Ärzte sie für kommunale Impfzentren wieder aktivieren können. Es gibt auch einen Rahmenvertrag über die Finanzierung dieser Fragen. Selbstverständlich ist auch mit der KV abgemacht, dass, wenn wir im Herbst wieder Impfungen in großem Umfang bekommen, auch das niedergelassene System, wie wir es kennen, wieder zur Verfügung steht. Ich hoffe einfach, dass ich nie wieder in meinem Leben eine Situation erlebe, in der der Impfstoff der limitierende Faktor ist und nicht die Strukturen. Priorisierungen und so etwas habe ich ja alles hinter mir. Es kommt darauf an, mit welchem Impfstoff wir im Herbst impfen. Ist es ein angepasster Impfstoff, den es zurzeit noch gar nicht gibt? An welche Varianten, die sich bis zum Herbst auch noch ändern können, ist er angepasst? Da sind noch sehr viele Fragen offen. Es ist sehr zu wünschen, dass die über 70-Jährigen sich die vierte Impfung abholen. Das ist vom RKI, von der Ständigen Impfkommission sehr empfohlen – wie auch die Impfung für Kinder ab 5 Jahren. Man muss schon sagen, dass wir aufgrund der jetzigen Situation eine sehr hohe Durchimpfung der älteren Bevölkerung haben – auch mit drei Impfungen. Natürlich wartet jetzt aber alles ein bisschen darauf, was der Impfstoff für den Herbst ist. Das muss man ganz logisch sehen. Alles wartet: Was ist der Impfstoff für den Herbst? Sind es die Impfstoffe, die wir schon aus der Impfaktion im Frühjahr kennen, oder sind es neue, angepasste Impfstoffe? 29.06.2022 Was man nach wie vor sagen kann – darüber muss man auch die Bevölkerung aufklären –: Wir haben es bei der jetzigen Variante mit einer Situation zu tun, dass die Impfungen uns nicht vor Infektionen schützen. Das wissen Sie alle. Aber sie schützen uns vor schweren Krankheitsverläufen. Das ist zurzeit ein Segen – trotz hoher Infektionszahlen, bei denen es mit Sicherheit auch eine hohe Dunkelziffer gibt. In die Statistiken zu den Inzidenzen gehen ja nur die sogenannten PCR-Teste ein. Alle, die einen PoC-Test machen und nicht zum PCR-Test gehen, stehen gar nicht in unserer Statistik. Wahrscheinlich sind also viel mehr Menschen infiziert als diejenigen, die in unserer offiziellen Statistik stehen. Trotzdem haben wir, was die schweren Fälle auf der Intensivstation angeht, zurzeit Gott sei Dank eine sehr beherrschbare Situation. Es ist wichtig, dass wir eine hohe Durchimpfung behalten. Ansonsten habe ich Sorge – die muss jeder haben –, dass uns die Krankheitsverläufe, wenn der Impfschutz zu schwach wird, wieder mehr zu schaffen machen werden. Von den Strukturen her sind wir aber sehr gut vorbereitet. Wir hatten letzte Woche Mittwoch/Donnerstag die Gesundheitsministerkonferenz der 16 Länder in Magdeburg. Der Bund hat dort dargestellt, dass er eine, so hoffe ich, bessere – bei Werbung ist es immer so: der eine findet es gut, der andere findet es schlecht – bzw. sehr gute Impfkampagne vorbereitet, um die Bevölkerung aufzuklären. Wir im Ministerium arbeiten zurzeit daran, wie wir es mit unseren Daten noch besser hinbekommen können, dass man differenzierter weiß, wo Menschen leben, die gut geimpft sind, und wo die Menschen leben, die nicht so gut geimpft sind. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheitsämter vor Ort, um gezielt aufsuchende Impfungen dort zu machen, wo die Menschen wohnen, die vielleicht nicht so stark durchgeimpft sind wie andere Teile der Bevölkerung.

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