Thomas Uhlen
Entwurf eines Gesetzes zu dem Abkommen über die Errichtung und Finanzierung der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Gesundheit unserer Bevölkerung braucht länderübergreifende Zusammenarbeit und keine Kleinstaaterei. Frau Kollegin Retzlaff hat es gerade schon angesprochen: Es ist gerade erst fünf Jahre her, dass „Patient Nr. 1" der Covid‑19-Pandemie festgestellt worden ist, damals am 28. Januar 2020, und danach eine beispiellose Entwicklung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Deutschland eingesetzt hat, unter anderem durch den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst mit einem ganz großen Fokus darauf, auf der einen Seite Personal aufzubauen, auf der anderen Seite aber auch die Digitalisierung nach vorne zu bringen, neue Methoden zu erforschen und vor allem auch anzuwenden. Gerade bei diesen Aufgaben hat die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen eine Schlüsselrolle. Darüber hinaus ist die Akademie aber beispielsweise auch Projektbüro und betreibt so angewandte Forschung im Bereich digitale Tools und auch für die Integration neuer Hilfsmittel in die öffentliche Gesundheitsversorgung. Und hier besteht eben eine beispiellose Verknüpfung zwischen der Theorie mit den rund 500 nebenamtlichen und hauptamtlichen Dozentinnen und Dozenten und der Praxis. Es wurde eben schon erwähnt: rund 20 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro Jahr, davon mittlerweile ein Viertel auch online über Webinare. Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen hat damit sowohl im Bereich der Qualität als auch im Bereich der Flexibilität den Lackmustest bestanden, aber darüber hinaus eben auch in ganz hervorragender Art und Weise die Kontinuität gewährleistet, die wir im öffentlichen Gesundheitswesen brauchen. Diese Kontinuität ist eben nicht erst seit 1971, also in der rund fünfzigjährigen Geschichte, bis heute zu verzeichnen, sondern die Kontinuität reicht schon viel weiter zurück. Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen hat ihre Wurzeln in der Westdeutschen Sozialhygienischen Akademie, die bereits 1920 gegründet worden ist. Das möchte ich an dieser Stelle auch erwähnen: Der damalige Leiter der Akademie, der österreichische Arzt Ludwig Teleky, war nicht nur ein großer Pionier im Bereich der Sozialmedizin, sondern auch jüdischer Herkunft. Deswegen wurde er im Jahr 1933 mit einem Berufsverbot belegt, und in dessen Folge wurde die Akademie 1933 geschlossen. Warum, mag der ein oder andere fragen, ist die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen also in Düsseldorf beheimatet? Zum einen eben aufgrund der historischen Wurzeln dieser Akademie - und gerade dessen sollten wir uns immer wieder bewusstwerden; das ist für uns eine besondere Verantwortung und zum anderen wegen der Dezentralität und der Zentralität. Für uns als Niedersachsen gibt es, bei den vielen beteiligten Partnerländern, in Düsseldorf immer noch eine gute Erreichbarkeit. Wegen der mittlerweile vielen digitalen Angebote Frau Retzlaff hat das eben schon angesprochen ist die Akademie für alle Menschen, die dort eine Fortbildung machen möchten, auch online sehr gut erreichbar. Und zum Dritten ist es natürlich ganz wichtig und wesentlich für uns, dass die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen durch die Anbindung in Düsseldorf dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium unterliegt und damit Karl-Josef Laumann - ein Garant für Stabilität und Pragmatismus. Und dann ist mir auch von nichts bange. Herzlichen Dank.
