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Christoph Bratmann

SPD 06.11.2024 4:15 min Tagungsabschnitte 19/20

Resolution: Kurswechsel in der Automobilstrategie - gemeinsam Volkswagens Zukunft, Arbeitsplätze und Standorte in Niedersachsen sichern

Vielen Dank. - Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist nicht das erste Mal, dass ich hier zu diesem Thema spreche. Als Abgeordneter aus einer VW-Region betrifft es mich nach wie vor auch emotional. Ganz zu Anfang kann ich sagen, dass das, was die AfD hier vorgetragen hat, es eigentlich nicht wert ist, dass man darauf näher eingeht. Sie haben das gemacht, was Sie immer machen: Falschmeldungen verbreiten, Horrorszenarien aufmachen, Ängste schüren, Wut entfachen. Das ist das, was Sie können. Deswegen lasse ich Sie jetzt mit dem Glauben an goldene Zeiten durch Donald Trump alleine und gehe auf die Beiträge der anderen Fraktionen ein, liebe Kolleginnen und Kollegen. Insbesondere hängen geblieben ist bei mir der Satz: Die E-Mobilität ist gescheitert. Ich glaube, ein Teil des Problems, das wir in Deutschland haben, ist die Sichtweise auf die E-Mobilität ist. Es wäre fatal, wenn die E‑Mobilität gescheitert wäre - und es ist auch nicht so! Aber leider erliegt auch die CDU immer wieder der Versuchung, der E‑Mobilität und vor allem der Strategie der E-Mobilität die Schuld zu geben. Lieber Kollege Lechner, Sie haben deutlich gemacht, dass für Sie das Kernproblem ist, dass sich Volkswagen 2016 konsequent auf den Weg der E-Mobilität begeben hat. Das Problem ist aber nicht, dass Volkswagen zu sehr auf E-Mobilität setzt, sondern dass Sie zu spät auf E-Mobilität gesetzt haben. Es ist ein fundamentaler Denkfehler, was Sie hier immer wieder vortragen. Lieber Kollege Lechner, Sie fordern ja immer Expertentum im Aufsichtsrat. Die CDU hat damals den ehemaligen Kultusminister in den Aufsichtsrat gebracht, die Grünen haben die aktuelle Kultusministerin im Aufsichtsrat - ich sehe da keinen großen Unterschied. Klar ist, dass das im Aufsichtsrat auch politisch begleitet werden muss. Aber das ist schon gesagt worden der Forderung nach Expertentum im Aufsichtsrat kommen Sie immer nur in der Opposition nach. Es macht jedoch durchaus Sinn, einmal auf Expertinnen und Experten zu hören - die im Moment ja viel unterwegs sind. Mir fallen da immer drei Namen ein: die Herren Dudenhöffer, Bratzel und Kampker. Die sitzen gerade in vielen Talkshows, äußern sich mehrfach zu den verschiedenen Themen - und kommen zu ganz unterschiedlichen Bewertungen, zum Beispiel was die Unternehmensstruktur und das VW-Gesetz angeht; darauf gehe ich später noch ein. Ich bin nicht immer ihrer Meinung, aber alle drei bestätigen das, was ich gerade gesagt habe: Volkswagen hat sich 2016 zu spät auf den Weg zur E‑Mobilität gemacht. Die deutschen Autobauer, auch BMW, auch Mercedes, haben ebenso wie Volkswagen gewichtige Megatrends verpasst und sind zu spät auf diese Züge aufgesprungen. Die Megatrends sind das Zusammenbringen von IT und Batterie. Das ist das, was China gerade extrem erfolgreich macht, liebe Kolleginnen und Kollegen. Aber VW holt auf, und das ist auch dringend notwendig. Ich glaube jedoch nicht, dass man das kann, wenn man eine Doppelstrategie fährt und jetzt auch noch E-Fuel-Verbrenner entwickelt. Es ist ein Irrweg, was Sie da wiederholt vorschlagen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Denn eines ist völlig klar: Egal, ob man das Ganze ideologisch oder von der Warte des Klimaschutzes her betrachtet ich betrachte es in erster Linie betriebswirtschaftlich: Der Markt für Verbrenner wird weltweit immer enger, und der Markt für E-Fahrzeuge wächst exponentiell. Allein das muss man doch zur Kenntnis nehmen, um zu sagen: Volkswagen muss den Weg der E-Mobilität konsequent weitergehen und muss auf die richtigen Innovationen setzen. Und das tut man ja auch. Ohne alles schlechtreden zu wollen, muss man ganz klar feststellen: Die VW-Autos entwickeln sich. Die Reichweiten werden praxistauglich. Die Ladedauer ist bereits praxistauglich. Es gibt Reichweiten von 500 km aufwärts und Ladedauern von 10, 15 und 20 Minuten. Die neue Generation von Plug-in-Hybriden hat Reichweiten von 130 und 140 km und nicht mehr von 30 bis 50 km. Das ist praxistauglich. Das ist der richtige Weg, und von daher sind deutsche E-Autos auch wirklich gut. Sie müssen nur günstiger werden, und sie müssen massentauglicher werden, liebe Kolleginnen und Kollegen. Herr Kollege Bratmann, ich darf Sie kurz unterbrechen. Es gibt den Wunsch nach einer Zwischenfrage: des Kollegen Scharrelmann. Möchten Sie dem entsprechen? Gerne. Bitteschön! Verehrter Herr Kollege Bratmann, vielen Dank für das Zulassen

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