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Delia Klages

AfD 26.06.2025 3:43 min Tagungsabschnitte 19/26

Landesaktionsplan Gute Geburt: Eine gesunde und gute Geburt für Mütter und Kinder sicherstellen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Der „Landesaktionsplan Gute Geburt" greift ein sehr wichtiges Thema auf. Aber schauen wir mal genauer hin! Wie viel Verbesserung für Mütter und ihre ungeborenen Kinder steckt in diesem Antrag? Geburt wird zu einem emotional aufgeladenen Ereignis erklärt, das mit Begriffen wie wertschätzend, traumasensibel und innovationsarm beschrieben wird. Was dabei völlig untergeht, ist der medizinische Ernst der Lage. Geburt ist kein sozialpolitisches Projekt, sondern birgt immer auch die Gefahr eines medizinischen Notfalls. Ein medizinischer Notfall verlangt keine politischen Leitbilder, sondern nach professioneller Versorgung mit funktionierenden Strukturen, die besonders im ländlichen Raum nicht mehr vorhanden sind. Und was liefert dieser Antrag noch? Runde Tische, Modellprojekte und Vernetzungstellen. Aber ich kann nicht erkennen, dass dabei eine zusätzliche Stelle für eine Hebamme geschaffen wird. Es gibt keine konkreten Maßnahmen gegen die Schließung geburtshilflicher Stationen, was inzwischen sogar größere Regionen betrifft. In vielen Teilen Niedersachsens ist eine wohnortnahe Geburt zur Ausnahme geworden. Wer dort heute ein Kind bekommt, muss mitunter über einer Stunde Fahrzeit zur nächstgeeigneten Klinik auf sich nehmen, und das unter Wehen. Sie alle kennen die Straßenverhältnisse in Niedersachsen. Da ist der Name Schlaglochpiste noch glimpflich. Das viel zitierte Ziel, jede Frau solle innerhalb von 40 Minuten eine Geburtsklinik erreichen können, ist schlicht weltfremd. Hierzu kommt die Akademisierung in der Hebammenausbildung. Wer kein Abitur hat, wird systematisch ausgeschlossen, gleichzeitig steigt aber die Abbrecherquote, und die Praxisanteile in der Ausbildung sinken. Viele Hebammen steigen aus dem Beruf aus, nicht, weil sie ihren Beruf nicht lieben, sondern weil Bürokratie sie erdrückt. Auch die Haftpflichtkosten und die schlechte Bezahlung bewegen sie dazu. Stattdessen werden die Dokumentationspflicht ausgeweitet, der Verwaltungsaufwand erhöht und echte Betreuungszeit reduziert. Ergebnis: weniger Zeit für die Frau, mehr Aufwand für das System. Und nun will die Koalition die Kaiserschnittrate politisch steuern. Das ist keine Medizin, das ist zentralistische Planwirtschaft im Kreißsaal. Die Entscheidung über einen Kaiserschnitt trifft nicht die Politik, sondern die ergibt sich aus der konkreten medizinischen Situation. Wer hier mit Zielzahlen hantiert, gefährdet im schlimmsten Fall die Gesundheit der Frauen und ihrer ungeborenen Kinder. Unsere Position als AfD-Fraktion ist klar: Erstens. Geburt darf kein ideologisches Planspiel sein. Zweitens. Weniger runde Tische, dafür mehr Hebammen. Drittens. Damit Vernetzung überhaupt funktionieren kann, braucht es verlässliche Versorgungsstrukturen und vorhandenes Personal. Ich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss. Dann wird sich die Substanz des Antrags zeigen. Vielen Dank.

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