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Corinna Lange

SPD 12.12.2024 4:50 min Tagungsabschnitte 19/21

Mehrsprachig aufzuwachsen ist ein Schatz - Potenzial der Sprachvielfalt in Schulen nutzen!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Aber meine Muttersprache ... hat mir sehr viele Türen und ... Herzen geöffnet." Das hat unsere ehemalige Kollegin Meta Janssen-Kucz gestern hier gesagt. Und recht hat sie! Mehrsprachigkeit öffnet Türen. Sie stärkt interkulturelle Kompetenzen, fördert kognitive Fähigkeiten und schafft bessere berufliche Perspektiven. Gleichzeitig leistet sie einen entscheidenden Beitrag zur Integration. Kinder und Jugendliche, die mehrere Sprachen sprechen, vereinen verschiedene Welten und bauen Brücken zwischen Kulturen. In einer globalisierten Welt ist Mehrsprachigkeit eine wichtige Schlüsselkompetenz, die wir fördern und schätzen müssen. Die Bedeutung mehrsprachiger Bildung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mehrsprachigkeit ist nicht nur eine wertvolle Ressource für die persönliche Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler, sondern auch ein entscheidender Vorteil für unsere Gesellschaft und Wirtschaft. Sie ist ein Geschenk, das viele Kinder und Jugendliche bereits von Geburt an mitbringen. Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen in einem mehrsprachigen Umfeld auf, in dem neben der deutschen Sprache mindestens eine weitere Sprache gesprochen wird, Sprachen, die ihre Identität prägen und ihren Alltag bereichern. Dieses sprachliche Potenzial ist eine Ressource, die nicht nur die Einzelnen stärkt, sondern auch unsere Gesellschaft bereichert. Mehrsprachige Kinder haben zahlreiche kognitive Vorteile. Studien belegen, dass sie leichter weitere Sprachen erlernen, flexibler im Denken sind und in komplexen Problemlösungen oft besser abschneiden. Sie entwickeln ein stärkeres Sprachbewusstsein und lernen früh, zwischen verschiedenen Systemen zu wechseln. Doch damit Mehrsprachigkeit ein echtes Plus bleibt, müssen wir sie gezielt fördern und anerkennen. Genau hier setzt der Erlass „Schulische Förderung von Mehrsprachigkeit" an, mit dem das Kultusministerium und allen voran unsere Kultusministerin Julia Willie Hamburg ein klares Zeichen für Vielfalt, Integration und Bildungsgerechtigkeit in unseren Schulen setzt. Er bietet den Schulen Orientierung zur Förderung der Mehrsprachigkeit und regelt den Erstsprachenunterricht von der Grundschule bis in die Berufsschule. Ziel ist es, den Erstsprachenunterricht stärker in das Bewusstsein zu rücken und enger mit dem Regelunterricht zu verzahnen, um Mehrsprachigkeit als einen Teil der Bildungskette zu fördern. Erstsprachenlehrkräfte werden das schulische Angebot durch Sprachenunterricht, Sprachfeststellungsprüfungen und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern bereichern. Zudem können neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ihre Erstsprachen unter bestimmten Bedingungen als Ersatz für eine Pflichtfremdsprache anerkennen lassen, etwa durch Prüfungen oder Zeugnisse aus dem Herkunftsland. Eine herabgesetzte Mindestgruppengröße ermöglicht es nun auch einfacher, in ländlichen Gebieten und für seltene Sprachen Unterricht anzubieten. So haben auch Kinder in kleineren Orten gleiche Chancen wie in den großen Städten. Der Erlass schafft außerdem die Möglichkeit, Lehrkräfte leichter weiterzubilden, damit sie mehrsprachige Kinder bestmöglich unterstützen können. Denn Mehrsprachigkeit sollte im gesamten Unterricht gefördert werden und nicht nur in bestimmten Fächern. Wichtig ist es außerdem, die Eltern mit einzubinden; denn auch die Zusammenarbeit mit den Familien ist entscheidend für den Bildungserfolg mehrsprachiger Kinder. So können Schulen Mehrsprachigkeit in den Schulalltag integrieren, und zwar nicht für Einzelne, sondern als Bereicherung für die gesamte Schule. Dieser Erlass spiegelt die Realität in unseren Schulen wider. Wir akzeptieren nicht nur, dass Mehrsprachigkeit existiert, wir sehen sie als eine Stärke. Unsere Schulen sollen Orte sein, an denen alle Kinder das Gefühl haben, dass ihre Identität willkommen ist. Gleichzeitig ist uns aber auch das ist ein kleiner Spoiler; wir behandeln ja gleich den Haushalt des MK der DaZ-Bereich also Deutsch als Zweitsprache extrem wichtig und damit das Erlernen der Bildungssprache Deutsch. Über die politische Liste wollen wir im nächsten Jahr als regierungstragende Fraktionen 1,7 Millionen Euro für gezielte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen von Lehrkräften zur Verfügung stellen. Der komplette inhaltliche Schwerpunkt des Bereichs Fort- und Weiterbildung soll hier auf den Themen DaZ und Mehrsprachigkeit liegen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich habe es deutlich gemacht: Mehrsprachigkeit ist eine Ressource für unsere gesamte Gesellschaft. Es liegt an uns, sie zu fördern, zu würdigen und weiter auszubauen. Wir wollen unseren Schülerinnen und Schülern die beste Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft geben, eine Zukunft, die so vielfältig ist, wie es die Klassenzimmer in Niedersachsen sind. Danke schön.

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