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Delia Klages

AfD 18.04.2024 3:57 min Tagungsabschnitte 19/15

Wie soll künftig die flächendeckende medizinische Versorgung in Niedersachsen gewährleistet werden?

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Menschen im ländlichen Raum haben das gleiche Recht auf medizinische Versorgung wie in den Städten in Ballungsräumen. Und deshalb haben wir dafür zu sorgen, dass die hausärztliche Versorgung in den ländlichen Räumen nicht kollabiert. Wir haben festgestellt, dass es extrem lange dauert, bis Studienplätze, die noch zu schaffen sind, tatsächlich zu praktizierenden Ärzten führen. Und immer wieder hören wir das Argument. Es ist für Ärzte auch oft unattraktiv, in die Praxis zu gehen. Die Praxis, die vor 20 Jahren noch montags morgens um 7:00 geöffnet hat und freitags abends um 18:00 geschlossen hat, die gibt es nicht mehr. Diesen Landarzt, der 60 Stunden die Woche arbeitet, der gehört der Vergangenheit an, und das kann man sich auch gut vorstellen. Denn wenn man mal einen Blick auf die Budgetierung wirft, dann ist doch der Anreiz, in die Praxis zu gehen, für Ärzte deutlich geringer, als in ein Krankenhaus zu gehen. Eine Besuchspauschale liegt zwischen 15,50 € und 24,10 €, wenn es ältere Patienten sind. Wenn man das mal vergleicht mit dem Lohn eines Handwerkers, dann sind Ärzte hier wirklich schlecht entlohnt. Die Gesundheitsversorgung in Niedersachsen ist gerade im ländlichen Bereich bedroht. Wir haben gehört, in der Presse wird berichtet, es gibt wenig Bewerber für die Studienplätze, manche bleiben frei. Ich hatte die Landesregierung gefragt Was ist denn eigentlich mit der Abbrecherquote? 5 % haben wir gehört, ist nicht besonders hoch. Aber ein Studienplatz, der durch einen Abbrecher frei bleibt, der ist genauso, als wenn es ihn gar nicht gegeben hätte. Ich will Ihnen noch einmal einen kurzen Einblick geben in ein Beispiel In meinem Landkreis im Ort Bisperode gab es einen Landarzt und davon lebte auch eine Apotheke. Als der Landarzt Dr. Thies seine Praxis geschlossen hat, dauerte es ungefähr sechs Monate, bis auch die Apotheke schloss. Und in einem Bereich, wo es keinen Arzt mehr gibt, keine Apotheke, da ist auch die Abwanderungsquote deutlich höher, das heißt, die Einwohner werden weniger, und infolgedessen ist es noch schwieriger, einen Arzt in eine solche Region zu holen. Und damit sich das ändert, muss auf jeden Fall die Entbudgetierung endlich vollzogen werden. An dieser Stelle hoffe ich, dass wir weiterkommen als das, was vonseiten unseres Gesundheitsministers immer wieder besprochen wird, aber nicht in die Tat umgesetzt wird. Wenn man schaut, wie viele Ärzte wir in Deutschland pro 100.000 Einwohner haben, dann wird immer wieder mal erwähnt Ja, in anderen Bereichen gibt es deutlich weniger Ärzte. Aber es gibt kaum eine Bevölkerung, die so produktiv ist wie die deutsche Bevölkerung. Und das mag vielleicht auch daran liegen, dass viele körperlich sehr belastet sind. In diesem Sinne danke für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank.

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