Pippa Schneider
Nein zur Gendersprache an Hochschulen, Schulen und Verwaltungseinrichtungen!
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Und schon wieder reden wir übers Gendern! Wenn man sich mal anguckt, wer das Thema Gendern immer wieder setzt, dann wundert man sich ja doch manchmal, mit welcher Obsession dieses Thema gerade von Konservativen und Rechten gesetzt wird. Aber gut, machen wir also eine neue Runde! Wenn ich über Menschen spreche, dann mache ich mir Gedanken, mit wem ich spreche und wie ich diesen Menschen ansprechen möchte. Das ist für mich ein Zeichen von Respekt und von Höflichkeit. Aber davon haben manche hier vielleicht nicht so viel. Ich wiederhole gerne die Aussagen meinen Kollegen Pascal Mennen aus seiner Rede zu diesem Thema im letzten Plenarsitzungsabschnitt: Jede und jeder soll so reden, wie er oder sie reden will. Und wir machen niemandem Vorschriften zu der Art, wie er reden möchte - weder in die eine noch in die andere Richtung. Die einzigen, die versuchen, Sprechverbote aufzuerlegen, sind Sie, liebe AfD-Fraktion. Genderverbote, wie wir sie momentan in Bayern und in Hessen an den Hochschulen haben, sind einfach nur populistischer Quatsch. Sie schaffen genau das, was Sie selber kritisieren: Dort wird versucht, Menschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen haben. Das ist genau der Eingriff in die persönliche Freiheit, von dem Sie immer warnen. Aber, ehrlich gesagt, bin ich auch ein bisschen froh, dass Sie endlich Ihre Masken fallenlassen und sich nicht länger als bürgerlich-konservativ geben, sondern zeigen, gegen wen Sie eigentlich Politik machen: gegen Frauen, gegen queere Menschen und gegen marginalisierte Gruppen. Ich bin froh, dass Sie das so deutlich zeigen. Wenn Sie im Wissenschaftsausschuss vorschlagen, wir sollen doch einfach mal aus dem Professorinnenprogramm von Bund und Ländern aussteigen, dem einzigen Programm, das sich dafür einsetzt, dass mehr weibliche Professor*innen an unsere Hochschulen berufen werden ‑ der Anteil von weiblichen Professorinnen liegt nämlich momentan noch ganz schön weit von dem paritätischen Verhältnis weg; das ist also Ihr gleichstellungspolitisches Verständnis: keine Frauen in den Professuren fördern und für Sprechverbote an den Hochschulen sorgen ‑, dann erinnert mich das, ehrlich gesagt, an noch ganz andere Zeiten! Jetzt hoffe ich, dass wir uns statt mit populistischen Debatten endlich wieder mit sachorientierten Lösungen zu den Herausforderungen unserer Zeit beschäftigen können. Danke schön.
