Christoph Bratmann
Initiative des Landes zur Magnetschwebebahn und zu entsprechender technologischer Forschung und Industrieansiedlung
Vielen Dank. - Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wer erinnert sich nicht an die historische Rede von Edmund Stoiber zum Transrapid, der ja damals sinngemäß gesagt hat: Sie checken ein am Flughafen und beginnen innerhalb von zehn Minuten Ihren Flug ab Hauptbahnhof. - Die Verwirrung war komplett, und das Ganze endete mit der Aussage: Damit rückt der Hauptbahnhof näher an Bayern heran. Was Edmund Stoiber sagen wollte, ist: Der Flughafen rückt näher an München heran, weil man in 10 Minuten die 37 Kilometer lange Strecke vom Hauptbahnhof München zum Flughafen Franz-Josef Strauß überwinden kann. Nun war es aber nicht diese etwas verdaddelte Rede von Edmund Stoiber, die das Aus für diese Transrapidstrecke bedeutet hat, sondern es waren die stetigen Kostensteigerungen: 3,4 Milliarden Euro. Das hat am Ende dazu geführt, dass man das Projekt in Bayern beerdigt hat. Ähnlich lief es mit der Strecke Berlin–Hamburg. Auch die ist damals mit großen Hoffnungen gestartet, ist aber nie realisiert worden, weil die Kosten immer höher wurden und sich am Ende Bund und Land aus der Förderung herausgezogen haben und auch die Industrie keine Chance auf Umsetzung mehr gesehen hat. Es ist auch schon erwähnt worden: In Niedersachsen gibt es noch ein besonders trauriges Kapitel, was den Transrapid angeht, nämlich den Unfall auf der Teststrecke im emsländischen Lathen mit 23 Todesopfern. Der Antrag geht dann auch noch auf den globalen Markt und das Marktwachstum von Magnetschwebetechnologie ein. Der Kollege Christ hat eben schon darauf hingewiesen: Peinlicherweise werden dabei Billionen und Milliarden verwechselt. Das zeigt die finanzpolitische Kompetenz der AfD. Das sind zwar nur ein paar Nullen auf dem Papier, aber in der Auswirkung ist es wirklich erheblich, liebe Kolleginnen und Kollegen. Zu den Forderungen: Die Transrapidteststrecke im Emsland wurde bereits 2011 stillgelegt. Das war nicht nur eine Folge des Unfalls, sondern das war auch die Folge dessen, dass ThyssenKrupp und Siemens erklärt haben, dass diese Teststrecke für die weitere Erforschung der Magnetschwebetechnologie schlichtweg nicht mehr benötigt wird. An dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert. Es gib schlicht kein industrielles Interesse. Es gibt keine Firmen, die darauf drängen, dass diese Teststrecke wieder aufgelegt wird. Es gibt also keine Wirtschaftspartner. Wenn das Land hier zweistellige Millionenbeträge aufwenden würde, ist das eine Wette auf die Zukunft, die völlig ungedeckt ist und eine Verschwendung von Steuergeldern darstellt ‑ und nichts anderes, liebe Kolleginnen und Kollegen. Die Magnetschwebetechnologie ist nach wie vor eine hochinteressante Technologie. Deswegen gibt es auch Forschungsprojekte beispielsweise zur sogenannten Hyperloop-Technologie, mit der Personen und Güter in einer Kapsel in einer evakuierten Röhre mit bis zu 1.200 km/h befördert werden. Daran wird an der Hochschule Emden/Leer und in Kooperation mit dem Hyperloop-Zentrum Groningen geforscht. Das ist zukunftsweisend, und ich glaube, dass das eine sehr spannende Forschung ist, die da passiert. Abschließend kann man nur sagen: Für ein Engagement zur Nutzbarmachung der Teststrecke im Emsland besteht kein Bedarf, und es gibt keinerlei Signale aus der Wirtschaft, dass das zielführend und sinnhaft wäre. Vielen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege Bratmann. ‑
