Harm Rykena
Mehrsprachig aufzuwachsen ist ein Schatz - Potenzial der Sprachvielfalt in Schulen nutzen!
Vielen Dank. ‑ Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Alsayidat walsaada! Kyríes kai kýrioi! Deviyo aur sajjanon! Bayanlar ve Baylar! Haben Sie irgendwas davon verstanden? Ich eigentlich auch nicht, denn das ist das Ergebnis von Sprachvielfalt. - Ja, dazu komme ich gleich noch. Ich habe eigentlich nur „Sehr geehrte Damen und Herren" wiederholt, und zwar auf Arabisch, Griechisch, Hindi und Türkisch. - Dazu will ich jetzt kommen, denn eigentlich habe ich es auch nur versucht, obwohl ich es vorher richtig trainiert habe. Und doch hatte ich vermutlich einen so starken deutschen Akzent, dass Muttersprachler das gar nicht verstehen könnten, genau wie Sie eben gesagt haben. Genau das ist der Schatz der wunderbaren Sprachenvielfalt. Man versteht sich nicht mehr, weder sprachlich noch menschlich. Ich bin echt fassungslos angesichts solcher Ignoranz, insbesondere vonseiten der Grünen. Man versteht sich nicht mehr. Unsere Schulen können ihrem Bildungsauftrag kaum noch nachkommen. Immer mehr Kinder verlassen die Schulen ohne Abschluss. Immer mehr Kinder erreichen nicht mehr die Mindeststandards im Lesen und Schreiben, und immer mehr Kinder werden von ihren Lehrern nicht erreicht. In nahezu allen dieser Problemfälle spielt die unzureichende Beherrschung der deutschen Sprache die zentrale Rolle. Was wir an den Schulen brauchen, ist weniger Sprachenvielfalt. Was wir brauchen, ist verbindlich Deutsch, nicht nur als Unterrichtssprache, sondern insbesondere auch als Pausensprache. Unsere Gesellschaft zerfällt in immer mehr Parallelgesellschaften. Dabei gibt es immer weniger Überschneidungen zwischen diesen verschiedenen Gruppen. Allenthalben wird die Spaltung der Gesellschaft beklagt, und die mangelnden Chancen vieler Schüler werden beklagt. Ja, auch die schlechten Voraussetzungen vieler Migranten aufgrund fehlender Sprachkenntnisse werden beklagt. Und was machen die Grünen? Statt für Abhilfe zu sorgen na gut, wir haben eben über DaZ gesprochen, das ist okay, wollen Sie das Problem hiermit noch verschärfen. Und Sie und das merkt man an dieser Aktuellen Stunde sind sogar noch stolz darauf. Schon der vorgeschaltete Ansatz von „Deutsch in Einfacher Sprache" ist ein falscher Schritt. Komplexe Gedanken kann man nur in einer Sprache abbilden, die komplexe Strukturen zulässt. Einfache Sprache dagegen führt zu einfachem Denken. Und das kann nicht unser Anspruch sein. Deutsch war einmal die Bildungssprache der Welt, doch das ist leider lange her. Es besteht das Instrument der Zwischenfrage, und das möchte Frau Lange in Anspruch nehmen. Herr Rykena, lassen Sie die Zwischenfrage zu? Nein, ich möchte gerne fortfahren. Dann fahren Sie fort. Sprache ist kulturstiftend. Sie, die Grünen, Sie wollen die deutsche Sprache zersetzen, genau wie Sie die deutsche Kultur zersetzen wollen. Und diesem Ziel ordnen Sie alles andere unter. Und dass Sie damit niemandem, aber auch wirklich niemandem, auch den Migranten nicht, einen Gefallen erweisen, das schert Sie dabei nicht. Herr Rykena, lassen Sie jetzt eine Zwischenfrage zu, und zwar von der Kollegin Nzume? Nein, ich möchte auch jetzt und auch bei weiteren Wünschen nach Zwischenfragen fortfahren. Sprachenvielfalt ist kein Potenzial. Sprachenvielfalt ist vielmehr sogar eine Bedrohung. Ich bin wahrlich kein inniger Religionsvertreter, aber irgendwie kommt mir in diesen Tagen mehr und mehr die Geschichte vom Turmbau zu Babel und der babylonischen Sprachverwirrung in den Sinn. Ich zitiere aus der Bibel: „Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen. Auf, steigen wir hinab und verwirren wir dort Ihre Sprache, sodass keiner mehr die Sprache des anderen versteht. Der Herr zerstreute sie von dort aus über die ganze Erde, und sie hörten auf, an der Stadt zu bauen." Spannend. Sollte es da eine Analogie geben, übernehmen die Grünen tatsächlich die Rolle des Herrn. Er tat es aber, um die Menschen zu strafen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
