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Eva Viehoff

GRÜNE 08.02.2024 4:08 min Tagungsabschnitte 19/13

Wohnortnahe und flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln in Niedersachsen gewährleisten: Pharmaziestudienplätze konsequent ausbauen und Apotheken stärken!

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Also, wir lehnen den Antrag der CDU tatsächlich ab. Das hat ja auch schon die Kollegin gesagt. Das will ich gleich mal vorausschicken. Aber dass die CDU jetzt Apotheken staatlich führen möchte, also das hätte ich nicht erwartet. Diese Aussage zeigt mal wieder, dass sich die AfD mit den Anträgen, die wir hier beraten, wenig inhaltlich beschäftigt. Auf der anderen Seite folgt der Antrag der CDU einem Schema, was wir hier auch schon öfter gesehen haben: Es gibt ein Problem, es sollen mehr Stellen aufgebaut werden ‑ ob nun bei der Ausbildung oder bei Richterinnen und Richtern und Staatsanwälten; das hatten wir heute Vormittag und heute Mittag ‑, und dann ist das Problem gelöst. Wir alle sind uns sicher und wir alle unterstützen natürlich die Aussage, dass es eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung mit Medikamenten geben muss. Aber der Ansatz des Antrages ist ein falscher. Das ist jetzt schon in einigen Reden deutlich hervorgehoben worden. Aber ich will es nochmal sagen: Die Erhöhung von Studienplätzen produziert keine Apothekerin und keinen Apotheker mehr. Frau Viehoff, warten Sie bitte einen Moment, bis es hier ruhiger wird.- Ich möchte um Ruhe bitten! Das ist keine Kausalkette, um das einfach mal deutlich zu machen. Das hat natürlich auch die Beratung ergeben. Es hört sich ja so an, als ob wir einfach gesagt hätten: Das wollen wir nicht. - Wir haben diesen Antrag beraten. Wir haben uns unterrichten lassen. Die Unterrichtungen haben ergeben: a) Wir haben ausreichend Studienplätze in Braunschweig, Braunschweig ist gut aufgestellt. b) Es wurde uns selbstverständlich ‑ trotz der Bemühungen von Braunschweig ‑ berichtet, dass für die Entscheidung, vielleicht einen Job in der Apotheke zu wählen, die Studieninhalte modernisiert werden müssten. Der Apothekerverband hat in der Sache auch schon Initiativen gestartet, um die Approbationsordnung für die Pharmazie zu verändern. Ich glaube, das müsste erst einmal passieren, bevor wir über weitere Schritte nachdenken. Denn eines ist klar ‑ und das will ich kurz auch hier einmal ansprechen; ich habe es im Ausschuss schon erzählt ‑: Die Apothekerin bei mir vor Ort hatte mitbekommen, dass dieser Antrag hier im Landtag beraten wird. Die sagte mir: Aus meinem Pharmaziestudium ‑ wahrscheinlich nicht in Braunschweig; da gab es wahrscheinlich auch noch nicht die Übungsapotheke ‑ kannte ich, als ich in die Apotheke gekommen bin jeden Wirkstoff, aber kannte nicht die Namen der Medikamente. - Also, man wusste, was Acetylsalicylsäure ist, aber nicht, dass das Aspirin ist, um es mal so deutlich zu sagen. Das zeugt natürlich davon, dass man sich als junger Mensch wahrscheinlich eher in der Pharmaindustrie einen Job sucht, weil man dort mit Wirkstoffen handhabt. Aber auch die Frage der Entbürokratisierung muss man hier stellen. Denn wozu brauchen wir jetzt noch für einen Wirtschaftsbetrieb Apotheke ein eigenes Landesförderprogramm? Und wozu muss es ein eigenes Förderprogramm zur Digitalisierung geben? Ich gehe mal davon aus: Das haben wir alle verschlafen, auch die Apotheken. Aber muss es denn jedes Mal noch ein Förderprogramm auf ein Förderprogramm geben? Das ist doch das ‑ das habe ich in einem Spiegel-Artikel in der letzten Woche gelesen ‑, was die Apothekerinnen und Apotheker ganz besonders beschwert: die überbordende Bürokratie. Letzter Satz! Wir lehnen den Antrag ab.

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