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Eike Holsten

CDU 26.06.2025 3:33 min Tagungsabschnitte 19/26

Die Zukunft der Medizin: geschlechtsspezifische Forschung und Versorgung stärken!

Herzlichen Dank. - Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Plötzlich auftretende starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die ausstrahlen, ein Engegefühl in der Brust, Atemnot, Angst, Schweißausbrüche und Übelkeit - bei diesen Symptomen schrillen sicherlich auch bei vielen von Ihnen und euch hier im Saal die Alarmglocken. Männer kommen mit diesen Beschwerden zum Glück meist postwendend mit Verdacht auf Herzinfarkt in die nächste Klinik. Leider weniger bekannt: Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen und starke Müdigkeit. Prägen Sie sich diese drei sehr gerne ein! Es handelt sich um Herzinfarktsymptome bei Frauen. Die Folge: Frauen gelangen im Durschnitt zwei Stunden später als Männer in die Klinik und haben ein anderthalbmal höheres Risiko, im ersten Jahr nach einem Herzinfarkt an den Folgen zu sterben - häufig wegen atypischer Symptome, die zu falscher oder verspäteter Diagnose führen. Meine Damen und Herren, wussten Sie, dass Frauen bis zu dreimal häufiger an Nebenwirkungen von Medikamenten leiden als Männer? Viele Medikamentenstudien orientieren sich am männlichen Standardkörper und ignorieren damit Unterschiede in Größe, Gewicht und Körperzusammensetzung sowie vor allem die hormonellen Schwankungen durch Menstruation, Schwangerschaft oder die Wechseljahre. Ein anderer Umstand, der mich wiederum überrascht hat: Frauen sind bei der gleichen Krankheit oft vier Jahre älter als Männer, wenn sie die richtige Diagnose erhalten. Meine Damen und Herren, so gut die medizinische Versorgung in Deutschland ist, sie ist nicht immer gerecht, weil sie zu oft ignoriert, dass Männer und Frauen anders krank werden und unterschiedlich behandelt werden müssen. Wir sprechen heute über eine Realität, die viele Frauen, aber auch Männer in Niedersachsen seit Jahren erleben - eine Realität, in der Schmerzen nicht ernst genommen werden, in der Symptome nicht erkannt, Diagnosen verzögert und Therapien falsch dosiert werden. Wozu führt das? - Häufigere Arztbesuche, steigende Gesundheitskosten, Einnahme falscher Medikamente und Zeiten, in denen sich Frauen häufiger krankmelden müssen und einen längeren Leidensweg haben, und dies nicht, weil sie etwa schlechter untersucht werden, sondern weil sie schlicht anders untersucht werden - und das bei einem ohnehin angespannten Gesundheitssystem und einem Arbeitsmarkt mit einem zu hohen Krankenstand. Liebe Kolleginnen und Kollegen, aber auch bei Männern werden Krankheiten, die als klassische Frauenkrankheiten gelten, zu spät erkannt - darunter Osteoporose, Depression, Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen und Brustkrebs. Das sind Erkrankungen, die bei Männern erst in einem sehr späten Stadium erkannt werden, weil auch hier das Wissen fehlt, wie sie sich bei Männern zeigen. Medizin funktioniert eben nicht nach dem Prinzip „One size fits all". Die Unterschiede zwischen Frauen- und Männerkörpern sind bekannt. Meine Damen und Herren, wir fordern mit diesem Antrag konkrete Veränderungen in Forschung, Bildung und Weiterbildung, in der Selbsthilfe - überall dort, wo es aktuell hakt. Eine moderne Medizin, die Frauen und Männern gleichermaßen gerecht wird, ist machbar. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Herr Holsten. - Habe ich es richtig

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