landtag-niedersachsen.de ↗

Pippa Schneider

GRÜNE 15.05.2024 4:06 min Tagungsabschnitte 19/16

Hochschulentwicklungsvertrag 2024 bis 2029 zwischen dem Land Niedersachsen und den Niedersächsischen Hochschulen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vorletzte Woche durfte ich mit einer niedersächsischen Delegation Schottland und die dortigen Universitäten besuchen. Zwischen den niedersächsischen und den schottischen Universitäten gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit. Wir haben auf dieser Reise weitere Kooperationsvereinbarungen unterschreiben dürfen. Die schottischen Vertreter haben an allen Stellen klargemacht, wie sehr sie den Austritt aus der EU - wie sehr dieser Austritt die internationale Zusammenarbeit belastet. Das hat mir noch einmal sehr plastisch gezeigt, wie wichtig diese internationale Zusammenarbeit gerade im Wissenschaftsbetrieb ist. Und genau diese Zusammenarbeit stärken wir mit dem Hochschulentwicklungsvertrag. Man kann nicht über Entwicklungen im Wissenschaftssystem reden, ohne auf das wichtige Thema Arbeitsbedingungen einzugehen. Gemeinsam mit den Hochschulen und den Gewerkschaften werden wir einen Kodex für Gute Arbeit erarbeiten, der insbesondere auf Verbesserungen der Karriereperspektiven für den akademischen Mittelbau ausgerichtet ist. Wir brauchen Karriereziele neben den Professuren. Wir brauchen ein Ende des Befristungswahnsinns. Und wir brauchen Dauerstellen für Daueraufgaben. Genau das gehen wir an. Ein weiteres Thema, um die Lebensbedingungen vieler Menschen zu verbessern, ist die medizinische Versorgung gerade im ländlichen Raum und damit der Ausbau von Medizinstudienplätzen. Dazu hatten wir im Ausschuss eine sehr lange Anhörung, bei der recht deutlich rüberkam, wie wichtig dieser Ausbau der Kapazitäten ist. Spannend an der Anhörung fand ich auch die Perspektive des Bundesverbands der Medizinstudierenden. Es geht nicht nur um die bloßen Zahlen, sondern wir müssen auch darüber reden, wie ein Medizinstudium und der Beruf gestaltet sein müssen, damit Letzterer attraktive Arbeitsbedingungen für junge Menschen bietet und damit Medizinstudierenden nach ihrem Studium nicht einfach irgendwo anders hingehen. Im Hochschulentwicklungsvertrag stehen nun die 200 Plätze für Oldenburg und die Prüfung der Steigerungskapazitäten für Hannover und Göttingen. Damit stellen wir die Weichen für den Ausbau der Medizinstudienplätze und damit auch für eine bessere medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Mich ganz persönlich freut auch ein weiteres wichtiges Bekenntnis in diesem Hochschulentwicklungsvertrag, nämlich das Bekenntnis zur Abschaffung der Langzeitstudiengebühren. Das wurde lange von vielen Studierendenverbänden immer wieder gefordert. Auch heute noch erreichen mich viele Anfragen zu genau diesem Thema. Wenn wir über Themen wie lebenslanges Lernen sprechen, über Themen wie Weiterbildung ‑ das hatten wir heute schon im Parlament ‑, dann können wir nicht gleichzeitig alle Menschen in ein starres Korsett einer bestimmten Regelstudienzeit pressen, sondern es muss mehr Möglichkeiten geben, im eigenen Takt zu studieren und nebenbei vielleicht noch Kinder zu betreuen oder einem politischen Ehrenamt nachzugehen. Genau diesen Raum schaffen wir jetzt mit diesem Hochschulentwicklungsvertrag und langfristig mit einer Abschaffung der Langzeitstudiengebühren. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Der Hochschulentwicklungsvertrag gibt die Leitplanken für die Entwicklung unserer Hochschulen vor, die wir in enger Zusammenarbeit mit der Landeshochschulkonferenz erarbeitet haben. Zu all diesen Themen freue ich mich auf die weiteren Diskussionen im Ausschuss. Vielen Dank.

Alle Reden von Pippa Schneider Rede ansehen ↗