Grant Hendrik Tonne
Vorreiterrolle für Niedersachsen: Jetzt Grundlagen für "autonome Zukunftsprojekte" legen!
Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, wir sind uns in dieser Runde einig, dass wir alle das Thema, über das geredet wird, als ein wichtiges und auch zukunftsträchtiges Thema einschätzen, auf das es sich lohnt, einen genauen Blick zu werfen. Gerade deshalb glaube ich allerdings auch, dass es sehr hilfreich ist, die Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Dass dieser Antrag abgelehnt wird, passiert nicht, weil man sich dem Thema nicht widmen wollte, sondern weil man feststellen muss, dass die Punkte, die in dem Antrag gefordert werden, entweder bereits umgesetzt werden oder dass die geforderte Form der Umsetzung übrigens auch ausweislich der Anhörung, die durchgeführt worden ist, und der Unterrichtung nicht zielführend ist. Deswegen muss man sich etwas detaillierter damit auseinandersetzen. Ich will eingangs sagen: Automatisierte Fahrzeuge sind zunehmend das Rückgrat der Mobilität von morgen. Sie steigern unsere Sicherheit. Erst am gestrigen Tag fand ein hoch spannendes ADAC-Forum statt, wo auch Best-Practice-Beispiele vorgestellt wurden und gezeigt wurde, was in diesem Bereich möglich ist, um ein Mehr an Sicherheit zu bieten. Ich empfehle jedem, sich das mal anzugucken - übrigens auch auf dem Testfeld, unter realen Bedingungen. Es ist wirklich bemerkenswert, was da gemacht wird. Diese Fahrzeuge schaffen neue Mobilitätsangebote. Damit sichern sie übrigens auch Arbeitsplätze und Innovationen in unserem Land. Für all das lohnt die Anstrengung beim Thema autonomes Fahren und zu fragen: Wie können wir das vermehrt umsetzen? Ich will in der Kürze der Zeit zumindest zwei, drei Punkte ansprechen. Es wird gesagt: Wir müssen das Testfeld erweitern. Das ist nicht nötig, und zwar deshalb, weil das Testfeld bereits heute alle Straßenkategorien abbilden kann. Der sogenannte Digital Twin, der digitale Zwilling, sowie mobile Messstationen stellen sicher, dass die Datenerfassung je nach Forschungsbedarf flexibel erweitert werden kann. Die grundsätzliche Erweiterung, die hier gefordert wird, ist in der Sache und fachlich auch schon jetzt vollumfänglich möglich. Wir legen bereits jetzt einen besonderen Fokus auf Kooperation mit dem DLR, der TU Braunschweig, der Leibniz-Universität, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig und zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus der Industrie. Wir können bereits jetzt sicherstellen und legen Wert darauf, dass es einen niedrigschwelligen Zugang zu Testdaten für Forschung, auch im Nachwuchsbereich, gibt. Die Universitäten können für nicht kommerzielle Zwecke schon heute umfangreich auf Datenpakete des Testfeldes für Niedersachsen zugreifen, um Innovation und Talente zu fördern. Auch das geht bereits alles. Ich will unbedingt noch den Hinweis geben: Projekte im öffentlichen Nahverkehr können wir machen, aber wir müssen dafür nicht Baden-Württemberg schauen. Ich empfehle dringend: Schauen Sie um die Ecke, nach Burgdorf, schauen Sie nach Geestland! In Burgdorf fährt bereits der ALBUS, ein großer Linienbus, vollautomatisiert. In Geestland gibt es ein weiteres Projekt. Auf der Schiene geht Niedersachsen mit dem Forschungsprojekt „Automatisierter Regionaltriebzug mit European Train Control System" voran mit dem Ziel, die Digitalisierung und den Energieverbrauch im Schienennahverkehr nachhaltig zu verbessern. Sie sehen, beim Thema „Entwicklung/Einführung von autonomen und automatisierten Mobilitätssystemen" stehen wir hier in Niedersachsen mitten auf dem Spielfeld. Und das ist richtig! Wir brauchen keinen Antrag, der suggeriert, wir müssten das alles machen, wenn wir es bereits jetzt machen. Wir werden genau diese Maßnahmen beständig fortführen, überprüfen und dort, wo es sinnhaft ist, auch erweitern. Damit sind wir dann auf einem guten Weg, übrigens ganz im Sinne dessen, was der Antrag vom Titel her suggerieren möchte. Aber wir machen das schon! Herzlichen Dank.
