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Eva Viehoff

GRÜNE 12.09.2025 4:57 min Tagungsabschnitte 19/27

Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung: Chancen nutzen, Effizienz schaffen

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen, über die wir heute sprechen, geht es um die Zukunft der medizinischen Versorgung in Niedersachsen und ganz besonders im ländlichen Raum. Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, um die Versorgung der Menschen deutlich zu verbessern, Fachkräfte zu entlasten und die Gesundheitsversorgung flächendeckend zu sichern. Diese Chancen müssen wir aktiv nutzen, aber auch gezielt gestalten. Niedersachsen hat da bereits wichtige Schritte unternommen - mit dem Masterplan Digitalisierung, mit telemedizinischen Angeboten und mit der Umsetzung des Krankenhauszukunftsgesetzes. Doch wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen. Gerade im ländlichen Raum müssen wir sicherstellen, dass die Digitalisierung nicht nur ein theoretisches Konzept bleibt, sondern konkret ankommt - bei den PatientInnen, bei den ÄrztInnen und bei den Pflegekräften. Liebe KollegInnen, ein zentraler Punkt dabei ist die elektronische Patientenakte, die ePA. Sie ist zentrales Element dieser Entwicklung und kann die Versorgung revolutionieren, indem sie den Austausch von ambulanten und stationären Einrichtungen erleichtert. Aber damit sie ihr Potenzial entfalten kann, muss sie nutzerfreundlich und barrierefrei gestaltet sein. Wir müssen sicherstellen, dass sie genutzt wird - unabhängig vom Alter und vom technischen Know-how. Deshalb müssen wir daran arbeiten, dass die Akzeptanz der ePA durch gezielte Informationskampagnen erhöht wird und die Menschen Vertrauen in diese digitale Lösung haben. Ein entscheidender Punkt, der hier schon öfter angesprochen worden ist, ist der Bürokratieabbau. ÄrztInnen und Pflegekräfte verbringen viel zu viel Zeit mit Dokumentationen - Zeit, die bei der Patientenversorgung fehlt. Deshalb ist es wichtig, dass wir bei den verzichtbaren Nachweispflichten reduzieren, versuchen, bereits vorhandene Daten zu nutzen, und innovative Technologien wie KI-gestützte Dokumentationslösungen einsetzen. Denn jede Stunde, die wir dort einsparen, ist eine Stunde mehr für die PatientInnen. Das gilt nicht nur für Niedersachsen, sondern auch insgesamt für den Bund. So müssen wir die Innovationsinitiative des Bundes „Daten für Gesundheit" aktiv unterstützen, damit die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und personalisierte Medizin in Niedersachsen weiter gefördert werden kann. Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes haben wir schon einen wichtigen Schritt entwickelt. Nach dem, was ich bisher gehört habe, ist das tatsächlich sehr erfolgreich und führt zu einer besseren Versorgung im ländlichen Raum. Die videobasierten Ersteinschätzungen führen zudem zu einer Entlastung der Rettungsdienste. All das ist wichtig, damit unser System der medizinischen Versorgung gut funktioniert. Aber wir sollten natürlich nicht darauf verzichten, dass auch dieser Bereich des Bereitschaftsdienstes noch einmal evaluiert wird. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Telematikinfrastruktur muss weiter vorangetrieben werden. Wir brauchen bei den Dateiformaten einheitliche Standards. Die Schnittstellen müssen kompatibel sein. Der Datenaustausch und die Vernetzung müssen dadurch erleichtert werden. Das ist, glaube ich, noch einmal eine sehr große Herausforderung. Gleiches gilt im Bereich der Krankenhäuser. Auch hier wollen wir sicherstellen, dass unsere Krankenhäuser fit für die Zukunft sind. Zum sicheren Umgang gehören natürlich auch Fortbildungsmaßnahmen. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Instrument, um die Versorgung zu verbessern, Fachkräfte zu entlasten und die Gesundheitsversorgung in Niedersachsen zukunftsfähig zu gestalten. In diesem Sinne freue ich mich auf die Beratung des Antrags im Ausschuss. Vielen Dank, Frau Kollegin Viehoff.

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