landtag-niedersachsen.de ↗

Eva Viehoff

GRÜNE 27.05.2026 3:35 min Tagungsabschnitte 19/34

Von der Praxis ins Herz der Region: Kinderärzte vor Ort stärken

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich freue mich darauf, wenn die AfD weil wir seit 50 Jahren ja alles falsch machen und Sie an dem Ganzen gar nicht schuld sind irgendwann mal ein paar Vorschläge macht, wie Sie das anders machen würden. Wie viele Medizinstudienplätze wollen Sie denn einrichten? Wie wollen Sie denn KinderärztInnen schaffen? Ich will das einfach irgendwann nur mal hören. - Lassen wir es gut sein! Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bitte um Ruhe. Das Wort hat Frau Viehoff. - Bitteschön! Fahren Sie fort! Meine Vorrednerin Claudia Schüßler hat es schon gesagt: Das Problem ist ja erkannt. Es ist auch richtig, dass hier etwas getan werden muss, denn es darf nicht sein, dass für Kinder und Jugendliche die gesundheitliche Versorgung nicht gewährleistet ist. Aber plakative Forderungen und Symbolpolitik helfen hier tatsächlich nicht. Wir stehen vor Herausforderungen. Wir brauchen mehr Nachwuchs; das steht außer Frage. Frau Viehoff, lassen Sie eine Zwischenfrage des fraktionslosen Mitglieds des Landtags, Herrn Dr. Rakicky, zu? Nein danke, das lasse ich nicht. Nicht. Dann fahren Sie bitte fort! Wir brauchen mehr Nachwuchs. Wir brauchen bessere Ausbildungsbedingungen. Wir brauchen attraktive Perspektiven für junge ÄrztInnen. Aber vor allen Dingen brauchen wir nachhaltige Lösungen, und an diesen Lösungen arbeitet auch die Landesregierung mit. Wir alle fühlen uns das hoffe ich doch der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet, jedem Kind ein erreichbares Höchstmaß an Gesundheit zu garantieren. Kinder- und Jugendmedizin darf deshalb kein Nebenschauplatz sein, sondern sie muss da gebe ich allen recht Kernbestandteil einer gerechten Gesundheitsversorgung sein. Nun fordert die CDU erneut eine Quote, nämlich die Kinderarztquote, und wiederholt damit ihr Mantra: mehr Studienplätze! Doch selbst Befürworter dieser Kinderarztquote sagen, die Quote allein wird dieses Problem nicht lösen. Denn entscheidend ist die Frage: Wie schaffen wir Bedingungen, unter denen ÄrztInnen und das sind in vielen Fällen eben Frauen dauerhaft im Beruf arbeiten wollen, und zwar genau dort, wo sie gebraucht werden? Kinderärztinnen berichten über hohe Arbeitsbelastung und fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten, was zum Teil eben auch daran liegt, dass zum Beispiel die Leistungsgruppe „Spezielle Kinder- und Jugendchirurgie" durch das KHAG aus den Leistungsgruppen gestrichen worden ist. Wir brauchen attraktive Rahmenbedingungen in Stadt und Land. Und: Junge MedizinerInnen entscheiden sich eben nicht gegen die Kinderheilkunde, weil ihnen das Fach nicht gefällt, sondern weil die Weiter- und Ausbildung häufig wenig attraktiv ist. Und damit sind wir bei den Dingen, die wir hier in Niedersachsen nur marginal beeinflussen können. So könnte sich die CDU im Bund zum Beispiel mal dafür einsetzen, dass das, was in ihrem Koalitionsvertrag steht, nämlich dass Kinder- und Jugendmedizin als Teil der Primärversorgung anerkannt wird, also den HausärztInnen gleichgestellt wird, umgesetzt wird. Frau Viehoff, lassen Sie eine Zwischenfrage der Kollegin Ramdor zu? Ja, gerne. Vielen Dank. - Sie haben gerade angesprochen, was alles angeblich nicht im Antrag steht.

Alle Reden von Eva Viehoff Rede ansehen ↗