Grant Hendrik Tonne
Mobilitätsinfrastruktur im Tourismus stärken - Masterplan Mobilität Ostfriesische Inseln unterstützen
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, es ist gut, wenn wir uns im Rahmen dieser Debatte deutlich vor Augen führen, über was wir hier eigentlich reden und welchen Stellenwert unsere Inseln haben. Es wurde ja bereits in den Reden angesprochen: 10 Millionen Übernachtungen. Das ist eine unglaubliche Zahl, und sie macht noch einmal deutlich, was für eine wichtige Urlaubsregion, was für eine wichtige touristische Region die Inseln sind. Daraus dann abzuleiten und mit dem Antrag deutlich zu machen, dass das gemeinsame Interesse besteht, dass wir eine zuverlässige, eine komfortable und gleichzeitig auch eine nachhaltige Erreichbarkeit haben wollen, ist richtig. Denn das ist ein zentraler Faktor für den Tourismus, aber auch ein zentraler Faktor für die Menschen, die vor Ort leben. Deswegen ist die Richtung, die hier eingeschlagen werden soll, völlig korrekt, meine Damen und Herren. Der Entschließungsantrag benennt auch die entsprechenden Schwerpunkte, die dafür notwendig sind. Erstens. Die verschiedenen Verkehrsträger sollen bestmöglich miteinander vernetzt und verbunden werden. Zweitens. Wir wollen auch beim Schienenpersonennahverkehr Verbesserungen. Von daher freue ich mich darüber, dass wir auch über Streckenreaktivierungen Verbesserungen herbeiführen wollen. Die Reaktivierungsuntersuchung zur Verbindung Aurich--Abelitz bis nach Emden hat ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis ergeben. Das ist ein total wichtiger Punkt, denn das sind die besten Voraussetzungen dafür, eine Bundesförderung für die erforderlichen Investitionen zu bekommen. Damit wäre das eine gute Antwort auf das, was hier im Antrag formuliert ist. Drittens. Wir wollen moderne Fähr- und SPNV-Verbindungen haben, die gut aufeinander abgestimmt sind. Auch da gilt es immer wieder, sich zu fragen: Wo sind eigentlich die Stellschrauben, an denen wir drehen können, um das besser hinzubekommen? Ich möchte auch erwähnen, dass für einen Punkt der Entschließung bereits wirklich gute Grundlagen gelegt sind: für die Förderung digitaler Gästecards. Denn wir haben eine Tourismusförderrichtlinie, mit der eben genau das ermöglicht wird. Insofern können wir auch an dieser Stelle vorankommen, um den Menschen, die die Inseln besuchen, dort übernachten und sich wohlfühlen wollen, spannende Angebote zu machen. Meine Damen und Herren, dann hat uns der Änderungsantrag der CDU-Fraktion erreicht. Ich will es mal so formulieren: Es ist ein bisschen krampfig. Sie hätten auch einfach zustimmen können. Das wäre der einfachere Weg gewesen. Es ist aber Ihr gutes Recht, dass Sie das machen. Wenn man ihn durchguckt, fragt man sich: Wo ist jetzt eigentlich der zentrale Unterschied? Die CDU hat sich offenbar gedacht: Da muss man noch irgendwas mit Technologieoffenheit reinschreiben. Meine Damen und Herren, das Problem ist nur das steckt ja gedanklich dahinter: Sie glauben, mit der Festschreibung des Status quo voranzukommen. Sie trauen es sich nicht zu, zu fragen: Wohin kann eine moderne, gute Entwicklung für die Inseln gehen? Wie kriegen wir das ordentlich miteinander hin? Nein, dann lieber ein bisschen zurückhaltend und ängstlich auf dem Status quo verharren, das Ganze mit „Technologieoffenheit" labeln und sagen: Dann haben wir wenigstens einen Änderungsantrag. - Das kann man machen, aber dann muss man sich nicht wundern, wenn das entsprechend abgelehnt wird. Wir werden mit den Akteuren vor Ort das Mobilitätskonzept weiterentwickeln. Wir wollen, dass die Ostfriesischen Inseln Vorreiter für klimaschonende Mobilität und als starke, attraktive Tourismusregionen bestehen bleiben. Der Hinweis kam auch schon: Fünf Inseln sind bereits autofrei. Meine Damen und Herren, in der Realität ist man schon viel weiter, als die Opposition es sich in ihren Gedanken zutraut. Es geht mehr, und wir belegen das. Herzlichen Dank.
