Harm Rykena
Sprache als Schlüssel zur Bildung von Anfang an stärken: Frühkindliche Sprachförderung neu denken!
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Gleich vorweg: Die CDU legt hier einen ganz hervorragenden Antrag vor. Unsere Schulen ächzen unter einem ganzen Berg von Problemen. Eines der größten davon ist die mangelhafte Beherrschung der deutschen Sprache durch viel zu viele Kinder mit Migrationshintergrund. Und hier muss dringend etwas geschehen. In Niedersachsen wird etwa 15 Monate vor der Einschulung im Rahmen der Schulanmeldung der Sprachstand der Kinder überprüft. Der darauffolgende Sprachförderunterricht an den niedersächsischen Kitas findet aber seit dem Schuljahr 2018/2019 nur noch alltagsintegriert statt. Das hört sich erst einmal toll an, in der Praxis bedeutet das aber oft nichts anderes, als dass er schlicht nicht mehr durchgeführt wird. Man muss sich das einmal vorstellen: In einer Kita-Gruppe in einem sozialen Brennpunkt sind oftmals die Erzieherinnen die einzigen Personen im Raum, die wirklich deutsch sprechen können. Und von wem bitteschön sollen die buntgemischten Migrantenkinder in diesen Gruppen dann alltagsintegriert Deutsch lernen? Da wird nicht deutsch gesprochen! Das kann einfach nicht funktionieren! In der Folge erreichen nicht alle Kinder bis zum Schulstart das Niveau, das sie brauchen, um dem Unterricht ohne Schwierigkeiten folgen zu können. Expertenschätzungen es sind Schätzungen aus der Praxis legen nahe, dass in Niedersachsen pro Jahrgang 5 000 bis 10 000 Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen in die Schule kommen. Wenn man dann bedenkt, dass diese Kinder an bestimmten Brennpunktschulen sich auch noch ballen, dann kann man sich vorstellen, wie groß das Problem dort ist. Man kann es so zusammenfassen: Alltagsintegrierende Sprachförderung steht nur noch auf dem Papier, sie kostet fast nichts, sie leistet aber auch fast nichts. Das muss sich ändern! Die Union leistet mit diesem Antrag einen guten Aufschlag. Erst einmal identifiziert der Antrag das Problem. Dann nennt er wichtige Ansätze wie die verpflichtende Teilnahme der Kinder mit erheblichem Sprachförderbedarf an einem verpflichtenden Sprachförderprogramm im Umfang von 240 Stunden. Herr Rykenka, lassen Sie eine Zwischenfrage von Frau Lange zu? Nein, möchte ich nicht. Gut ist auch, dass dafür sowohl Lehrerstunden als auch über die Finanzhilfe Kräfte aus dem erzieherischen Bereich fest eingeplant werden sollen; denn das ist im Moment nicht der Fall. Letztendlich benötigt das viel Geld. Aber das wäre gut angelegtes Geld; denn es würde vielen Schülern helfen, denen im weiteren Verlauf ihrer Schullaufbahn etliche Probleme erspart würden. Einzig eine Konsequenz fehlt mir: Was ist, wenn die im Kindergarten durchgeführte Sprachförderung am Ende noch keine ausreichenden Ergebnisse erbracht hat? Wir müssen festhalten: Schüler ohne ausreichende Sprachkenntnisse dürfen nicht in Regelklassen eingeschult werden - Punkt. Hier wäre also eine Überprüfung am Ende der Sprachfördermaßnahme notwendig. Das Ganze müsste dann natürlich mit einem sich daran anschließenden Programm in der Grundschule verbunden werden. Dieses würde sich vergleichbar mit den Schulkindergärten um ein weiteres Deutschlernen derjenigen Kinder kümmern, die diesen Test bis dahin noch nicht bestanden haben. Schauen wir mal, was die Beratungen im Ausschuss dazu bringen! Vielen Dank. Herr Rykena, auf Ihre Rede gibt es eine Kurzintervention
