Dr. Dörte Liebetruth
Entwurf eines Gesetzes zum Fortbestand der Förderschulen im Förderschwerpunkt Lernen
Dr. Dörte Liebetruth (SPD): Herzlichen Dank, Frau Präsidentin. - Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das kann ich so nicht stehen lassen. Inklusion kann funktionieren. Ich möchte Ihnen und euch ein Beispiel dafür nennen: Meine Schwester Imke Liebetruth ist heute 40 Jahre alt. Sie hatte das große Glück, als Mädchen mit Down-Syndrom in einer der damals in Niedersachsen ersten Integrationsklassen lernen zu dürfen. In der Klasse waren auch noch andere Kinder mit Down-Syndrom und Kinder mit Lernbehinderungen. Es ist so wichtig, gemeinsam zu lernen! (Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN) Aus dieser Integrationsklasse heraus haben sich Kontakte entwickelt, die über Jahrzehnte hinweg tragen. Wenn Kinder aus einem Dorf wirklich gemeinsam leben und gemeinsam lernen, bringt das einerseits Fachwissen - übrigens müssen nicht immer alle Kinder in einer Klasse in jedem Moment mit dem gleichen Lernziel lernen; das kann man auch anders gestalten; alle bekommen das, was sie gerade brauchen -, und andererseits bringt es alle individuell nach vorn. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Inklusion in Zukunft besser gelingt! Das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Ich würde mich freuen, wenn sich eine Fraktion hier im Landtag an das erinnern würde, was sie in der vergangenen Wahlperiode mitbeschlossen hat. (Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN - Ulf Thiele [CDU]: Der Hinweis ist unredlich, weil die Sozialdemokraten wissen, dass wir die Befristung nicht wollten!)
