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Eva Viehoff

GRÜNE 12.09.2025 4:19 min Tagungsabschnitte 19/27

Niedersachsen darf nicht weiter Schlusslicht sein: Medizinstudienplätze endlich konsequent ausbauen - Ärztemangel in Niedersachsen langfristig bekämpfen!

Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Erst im August letzten Jahres haben wir einen CDU-Antrag zur Erhöhung der Zahl von Medizinstudienplätzen hier mit großer rot-grüner Mehrheit abgelehnt. Von daher hat man den Eindruck: Und täglich grüßt das Murmeltier. Der Grund für den heute eingebrachten Antrag ist die CHE-Studie. Man muss zumindest sagen: Niedersachsen steht darin nicht gut da. Aber und da muss ich Herrn Rakicky tatsächlich mal Recht geben: Letzter Platz stimmt nicht! Denn Bremen und Brandenburg bieten keine staatlich finanzierten Humanmedizinstudienplätze. Brandenburg hat eine Privatuniversität. Deshalb sind wir als Fußballfan finde ich das auch nicht toll auf einem Relegationsplatz, wenn wir ehrlich sind. Die Landesregierung hat aber sehr wohl erkannt, dass sie handeln muss. Der Kollege Prange hat das für die UMO schon ausgeführt: Es reicht nicht aus, 200 Studienplätze an der UMO einfach herbeibeten zu wollen. Es müssen Investitionen getätigt werden, auch um den von Ihnen beschlossenen Aufwuchs auf 120 Studienplätze zu schaffen. Denn es braucht Gebäude, es braucht Infrastruktur. Diese rot-grüne Regierung und dieser Wissenschaftsminister haben in 2025 diese Investitionsmittel für die UMO bereitgestellt. Nur deshalb ist es möglich, auf 200 Studienplätze zu erhöhen. Auch Herr Prange wies darauf hin: Die 80 Plätze, die damit jetzt noch geschaffen werden, sind nicht in die CHE-Studie eingeflossen. Beim gestrigen Parlamentarischen Abend der Ärztekammer habe ich mit Herrn Professor Schneider von der MHH gesprochen und ihn gefragt: Was ist eigentlich der Klebeeffekt? Der Klebeeffekt bedeutet nicht, dass ich an einer medizinischen Hochschule in irgendeinem Bundesland studiere und dann dort bleibe. Der wirksamste Klebeeffekt ist, dass ich wieder dorthin zurückgehe, wo ich zu Hause bin. Denn Medizinstudierende haben überhaupt nicht die Wahl, zu sagen: Ich möchte nur in Niedersachsen studieren. Auch da wiederhole ich meine Rede aus dem August: Da würden sie Jahrzehnte warten, bis sie einen Studienplatz bekommen. Wenn wir uns einmal Mecklenburg-Vorpommern, das sagenumwobene 25 Humanmedizinstudienplätze pro 1 000 EinwohnerInnen aufweist, als Beispiel anschauen, dann muss man, wenn man die Presse liest, feststellen: Es gibt einen eklatanten Ärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern sowohl bei Hausärzten als auch bei Fachärzten. Es geht also nicht allein um den Studienplatz, sondern um die Frage, welche Bedingungen man anbietet. Richtig ist: Wir müssen schauen, wie wir die Zulassungsregelungen ändern. Bei einem Anteil der Frauen unter den Studienanfängern von 70 % gibt es eine hohe Teilzeitquote. Dagegen können wir gar nicht ausbilden, sondern wir müssen auch gesellschaftliche Bedingungen verbessern, damit höhere Teilzeitquoten erreicht werden, also mehr gearbeitet wird. Ich selber - Herr Hillmer, Sie schon wieder! Wir müssen bedenken ich mache jetzt einfach mal weiter, dass die Einrichtung eines Medizinstudienplatzes bis zu 350 000 Euro kostet. Von daher, glaube ich, muss man sich sehr genau anschauen, ob man dafür eine Taskforce braucht. Ihr Antrag suggeriert, dass wir Studienplätze mal so eben backen können. Das ist nicht der Fall. Wir arbeiten daran, mehr Angebote zu machen. Zum anderen müssen wir, wenn wir uns Niedersachsen als Hochschulstandort insgesamt anschauen, die Situation von Studierenden deutlich verbessern, damit auch unsere Landeskinder wieder Lust haben, nicht nur Medizin, sondern auch andere Studiengänge in Niedersachsen zu studieren.

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