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Harm Rykena

AfD 11.09.2025 5:39 min Tagungsabschnitte 19/27

Mehr Lehrkräfte - Niedersachsen gewinnt zusätzliches Personal für gute Bildung

Bitteschön, Herr Rykena! Vielen Dank. - Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Egal, welche von den kleinen Schritten von Frau Hamburg wir heute bejubeln eigentlich war es auch nur einer: Sie hat mehr Geld ausgegeben, egal, wie lange wir das tun, sage ich: Wir werden noch lange mit massivem Lehrermangel zu kämpfen haben. Und das liegt insbesondere an der Zuwanderungspolitik. Wir haben gerade eben von Herrn Mennen gehört: Es ist ja schön, dass wir so viele zusätzliche Schüler haben. - Das kostet uns dieses Mal fast 1 Milliarde Euro zusätzlich, verglichen mit den letzten Jahren. Das wird sich die nächsten Jahre so fortsetzen. Ohne einen grundlegenden Systemwechsel bei der Zuwanderungspolitik und vor allem ohne eine Streichung des Familiennachzugs, wie es Österreich zum Beispiel gerade vormacht, wird es eine Entspannung an unseren Schulen nicht geben. Da helfen auch keine Aktuellen Stunden wie diese hier. Völlig ungeeignet zur Bekämpfung des Lehrermangels ich möchte sagen: Symbolpolitik ist zum Beispiel der Vorschlag, pensionierte Lehrkräfte dafür zu gewinnen, länger zu arbeiten. Das wird bereits seit einiger Zeit versucht. Wir haben mal nachgeschaut, wie erfolgreich das war: Derzeit gibt es landesweit gerade mal das Äquivalent von 120 Lehrervollzeiteinheiten von insgesamt etwa 80 000 Lehrervollzeiteinheiten. Diejenigen, die jetzt neu hinzugewonnen werden, können nur die ersetzen, die ausscheiden. Das ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. Anderer Vorschlag: Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben entlasten. Lehrer kann man nicht von Verwaltungsaufgaben entlasten, denn diese bestehen größtenteils in der Beurteilung von Schülern. Soll die Beurteilung von Schülern jetzt von Verwaltungskräften durchgeführt werden, die die Schüler gar nicht kennen? Das geht nicht. Stattdessen müsste man die überbordenden Dokumentationspflichten endlich abschaffen, aber daran wagen Sie sich nicht. Im Gegenteil, da packen Sie immer noch welche drauf. Dann: Lehrkräfte aus der Teilzeit holen. Die betroffenen Lehrer oft übrigens Lehrerinnen haben Gründe, weshalb sie in Teilzeit unterrichten. Viele sehen sich schlicht nicht mehr in der Lage, den heutigen Schulalltag in Vollzeit durchzustehen. Will man hier ansetzen und gar mit Druck agieren, führt das eher zu Kündigungen und somit zu weiterem Lehrermangel. Ganz skurril wird es dann, wenn im Kultusministerium davon gesprochen wird, dass man eine Imagekampagne für den Lehrerberuf fahren will, nach dem Motto: Der Job ist zwar nicht toll, aber wir stellen ihn einfach mal gut dar. Ein richtig gutes Beispiel dafür ist der vorhin angesprochene Modellversuch für die Landkreise Stade und Cuxhaven. Hier sind die Maßnahmen, die dort geplant sind: Zum einen will das RLSB in Braunschweig seine Beratungsleistung in Einstellungs- und Zulassungsverfahren intensivieren. Boah, das ist ja toll! - Bewerbungen mit dem Wunsch „Stade" und „Cuxhaven" sollen möglichst zügig zugewiesen werden. - Oha! - Das dortige Studienseminar bekommt einen Schwerpunkt Digitalisierung. - Oh, das ist ja attraktiv! - Die Landkreise Stade und Cuxhaven wollen eine Willkommenskultur für Lehrkräfte schaffen. - Beeindruckend! Die Landkreise bieten den Referendaren zusätzliche Coaching- und Beratungsangebote. - Ach, daran hat es bestimmt gemangelt! Und die Lehrkräfte können Förderung bei der Mobilität im Nahverkehr erhalten. - Das ist natürlich eine ganz tolle Idee - bei dem unglaublichen Versorgungsgrad mit ÖPNV im ländlichen Raum! - Also ehrlich, bei so viel Hilflosigkeit komme ich gar nicht mehr aus dem Kopfschütteln heraus. Was wir brauchten, wären eigentlich große Schritte, einige, die richtig was bringen. Davon möchte ich einige nennen. Erstens. Man könnte nicht nur bei den Erziehern, sondern auch bei den Grundschullehrkräften mal über ein duales Studium nachdenken. Diese würden dann ihre Lehrerausbildung direkt an einer Schule, zum Beispiel in einer der mangelversorgten Regionen, beginnen und würden der Schule vom ersten Tag an zur Verfügung stehen, zunächst nur als Hilfskraft und im Fortlauf ihrer Ausbildung und nach einigen Blocksemestern an der Hochschule auch in weitergehenden Funktionen. Eine andere Idee: Wie wäre es denn mal mit Sparen? Wenn das Geld nicht für alle Wünsche reicht, kann man sich nicht alles leisten. Man muss Schwerpunkte bilden. Nun, derzeit reichen die Lehrerstunden nicht. Wir können uns nicht alles leisten. Daher müsste man Schwerpunkte bilden. Zum Beispiel könnte man den gebundenen Ganztag an Niedersachsens Schulen grundsätzlich aussetzen, und zwar so lange, bis für dieses Luxusprojekt wieder Lehrerstunden zur Verfügung stehen. Oder man könnte Geld in die Hand nehmen. Das könnte man zur Ausschreibung von Stipendien für Mangelfächer oder Mangellehrämter an den Universitäten verwenden. Man könnte es auch für höhere Zulagen für den Umzug in eine der Mangelregionen verwenden. Sie sehen, Ideen gäbe es. Frau Hamburg aber versucht es lieber weiter mit tausend kleinen Schritten. Das hat bisher nicht funktioniert, und das wird auch in Zukunft nicht funktionieren. Unseren Schulen stehen ungemütliche Zeiten bevor. Vielen Dank.

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