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Christoph Bratmann

SPD 15.03.2024 3:14 min Tagungsabschnitte 19/14

Technologieoffen in die Zukunft - es braucht das Aus vom Verbrenner-Aus!

Das sagen im Übrigen alle großen Automanager, die in Deutschland und in Europa unterwegs sind. Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Verband der Automobilindustrie bekennt sich eindeutig zum Green Deal und den Klimazielen. Die führenden Topmanager, wie schon gesagt, bekennen sich dazu. Ich zitiere an dieser Stelle Audi-Chef Gernot Döllner: „Wir dürfen uns durch die Diskussionen, die derzeit geführt werden, nicht verunsichern lassen. Die Zukunft des Autos ist ganz klar elektrisch.“ Döllner und andere Automanager sagen so etwas nicht, weil sie ideologiegesteuerte Klimaaktivisten sind ‑ mit Sicherheit nicht ‑, sondern weil sie eine klare Strategie mit verlässlichen Rahmenbedingungen brauchen und weil diese auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Das dauerhafte mehrgleisige Forschen und Produzieren verschiedener Antriebsarten führt zu höheren Kosten und geringeren Effizienzen. Schon deshalb hat auch der VDA in der Anhörung zu Ihrem Antrag ganz klar gesagt, dass er eindeutig zur Transformation steht. Das sind auch die Aussagen von Oliver Blume von Volkswagen, von VW-Markenvorstand Thomas Schäfer und vielen anderen, von Stellantis, von Renault usw. Wir sollten uns in dieser Debatte vor einem hüten ‑ und das ist im Moment populär bis populistisch ‑: das E‑Auto schlechtzureden und die Elektromobilität infrage zu stellen. Natürlich gibt es im Moment Probleme mit der Ladeinfrastruktur. Aber es führt kein Weg daran vorbei, das E‑Auto so attraktiv zu machen, dass es weiteren Käuferschichten zuteilwird und dass es zukünftig lohnenswert, preiswert und praxistauglich ist, ein Elektroauto zu fahren. Das sollten wir schon deshalb tun, weil uns der niedersächsische Volkswagenkonzern am Herzen liegt, liebe Kolleginnen und Kollegen. Denn eines ist auch klar: Auch wenn wir Diesel- und Benzinmotoren wirklich liebgewonnen haben ‑ auch ich im Übrigen, das muss ich sagen; ich bin immer gerne Diesel- und Benzinmotoren gefahren ‑, kann es nicht der Weisheit letzter Schluss sein ‑ auch wenn das jetzt schon seit 120, 130 Jahren praktiziert wird ‑, dass wir Kraftstoff in einen Motor kippen, der zu 30 % Kraft und zu 70 % Hitze erzeugt und Treibhausgase ausstößt. Dass das irgendwann mal evaluiert wird und dass das irgendwann mal neuen Entwicklungen weichen muss, das ist ein ganz normaler Prozess. Für das Fahren mit E‑Fuels braucht es nun mal fünfmal so viel Energie wie für die direkte Nutzung von Strom. Von daher ist das alles andere als effektiv. Lassen Sie mich mit Blick auf die niedersächsische Autoindustrie und mit Blick auf unsere politischen Aktivitäten, nämlich die der Landesregierung und auch die der Fraktionen, drei Dinge festhalten: Für die Zukunft der Autoindustrie in unserem Bundesland braucht es erstens klare Rahmenbedingungen und eine Strategie, die konsequent verfolgt wird, zweitens erhebliche Anstrengungen im Bereich der Energie- und Ladeinfrastruktur und drittens ‑ ich glaube, das ist der wichtigste Aspekt ‑ die konsequente politische Unterstützung der Transformation sowie den Schulterschluss zwischen Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden, um das zu stemmen. Denn eines ist klar ‑ da sind wir uns wieder einig, Kollege Scharrelmann ‑: Wir wollen auch in Zukunft qualitativ gute Autos aus Niedersachsen fahren. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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