landtag-niedersachsen.de ↗

Harm Rykena

AfD 07.11.2024 4:07 min Tagungsabschnitte 19/20

Leben retten macht Schule - Wiederbelebungsunterricht als fester Bestandteil im Lehrplan

Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Zu viele Schüler können nicht lesen. - Macht nichts, es ist noch Platz im Lehrplan. Gewalt und Bedrohung an Schulen nehmen zu. - Ach, ist doch super, befassen wir uns doch mit Wiederbelebungsunterricht! - Das finde ich ja schon fast makaber! Der Anteil an Schulabgängern ohne Abschluss steigt. - Ach, dann ist wenigstens mehr Wiederbelebungsunterricht angezeigt. Oh, halt, diese Schüler haben offensichtlich den übrigen Lehrstoff schon nicht verstanden. Die Überfrachtung des Lehrplans wird allenthalben beklagt. - Ach, doch, da ist bestimmt noch Platz neben den verbindlichen Klassenräten nun auch noch für verbindlichen Wiederbelebungsunterricht. Lesen, Schreiben, Rechnen sind ja nicht so wichtig, da können wir noch etwas abknapsen. Merken Sie, wie neudeutsch strange dieser Antrag in der heutigen Zeit ist? Und was ist das Ziel des Herr Abgeordneter Rykena, lassen Sie eine Zwischenfrage der Abgeordneten Ramdor zu? Nein, möchte ich nicht. Sicherlich, Leben retten zu können, ist immer gut. Und dann soll das quasi auch noch im Auftrag der WHO und des European Resuscitation Council ERC in Deutschland verbessert werden. Doch der Antrag selbst zählt ja schon auf, was es heute bereits alles gibt. Ich zitiere jetzt aus dem Antrag: An vielen Schulen gibt es bereits Schulsanitätsdienste, vonseiten des MK bestehen Beratungsangebote, und es gibt Handlungsorientierungen zum Thema über die Internetseite des MK. Weiter: 2024 wurden erstmals „Wochen der Wiederbelebung in Niedersachsen - Schule retten Herzen" durchgeführt. Dann schult das EU-Projekt LIFEFORCE Grundschulkinder in Wiederbelebungstechniken. Und es gibt Partnerschaften und Kooperationen mit Organisationen wie der Björn-Steiger-Stiftung. Ich denke, wenn wir uns einmal das alles zu Gemüte führen, dann werden wir den Anforderungen der WHO bereits heute spielend gerecht. Mehr braucht es nicht! Herr Abgeordneter Rykena, es gibt wieder den Wunsch, eine Zwischenfrage stellen zu dürfen, diesmal aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen von der Kollegin Nzume. Nein, ich möchte gerne zu Ende führen. Doch die drei selbsternannten demokratischen Parteien wollen als besonders strebsame Erfüller der WHO-Wünsche es wieder einmal besonders gut machen und zukünftig alle Schüler zusätzlich mit diesem Thema belasten, insbesondere schon ab der Grundschule. Haben Sie einmal daran gedacht, dass dann die Gefahr besteht, dass dieser grundsätzlich sicherlich wichtige Stoff irgendwann im Schülerkopf unter „Nicht schon wieder!" oder „Langweilig!" abgespeichert wird? Es bleibt also die Frage: Was soll das Ganze? Unsere Schulen haben wirklich andere Probleme. Sucht man etwa einen Wohlfühlantrag, um im Bildungsbereich endlich wieder einmal Einigkeit der selbsternannten demokratischen Parteien demonstrieren zu können? Danach sieht es für mich aus. Die CDU hat zwei sinnvollere Anträge direkt überwiesen, damit sie diesen reinnehmen konnte. Oder ist es einfach die WHO, die uns genau wie zu unsäglichen Corona-Zeiten ein weiteres Maßnahmenpaket von oben aufdrückt? Im Antrag heißt es dazu: WHO und ERC fordern eine flächendeckende Implementierung standardisierter Schulungskonzepte. Ich denke, wir wissen hier vor Ort besser als irgendwelche Bürokraten in Genf, welche Schulungskonzepte wir für unsere Schulsituation passend finden. Außerdem: Weltweit standardisierte Schulungen können nun wirklich nicht überall auf der Welt passend sein. Ähnlich wie bei der EU kann man hier also feststellen: Die WHO ist nicht gut für uns. Wir werden die Behandlung dieses seltsamen Antrags im Ausschuss beobachten. Vielen Dank. Herr Abgeordneter Rykena, auf Ihren Wortbeitrag gibt es eine

Alle Reden von Harm Rykena Rede ansehen ↗