Harm Rykena
Schulleitungen jetzt entlasten - Verwaltungsassistenz und IT-Administration an allen Schulen dauerhaft verankern
Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Der Bürokratiewahn und so muss man es leider bezeichnen ist ein Zeichen der heutigen Zeit. Immer mehr muss umfassend dokumentiert werden, beantragt werden, verwaltet werden. Viele Kleinselbstständige klagen darüber, dass sie bald genauso viel Aufwand mit der Verwaltung wie mit der Erfüllung der eigentlichen Arbeiten haben. Diese Entwicklung macht auch vor unseren Schulen nicht halt - natürlich. Die Schulen klagen seit Langem zu Recht allgemein über hohe Belastung. Ein Großteil davon fällt auf den Bereich der Bürokratie. Und vor diesem Hintergrund reifte die Idee, Schulen durch Verwaltungskräfte zu entlasten. Diese könnten billiger sein als Lehrer. Diese könnten, anders als Lehrer, auf dem Markt verfügbar sein. Ob das so ist, muss sich erst noch zeigen. In jedem Fall ist es erst mal eine Idee, die man genauer beleuchten sollte, zumal dadurch eventuell Lehrerstellen frei werden könnten. Nun wird dieser Vorschlag immer wieder für die Schule ins Spiel gebracht, doch dort betrifft Bürokratie zwei sehr unterschiedliche Bereiche, nämlich einmal die Lehrer und einmal die Schulleitung. Zu Ersterem gibt es Folgendes zu sagen: Ich sehe da keine großen Möglichkeiten, weil ein Großteil des Bürokratieaufwandes für die Beurteilung von Schülern anfällt. Und nur die Lehrkraft selbst kennt ihre Schüler. Welche Verwaltungskraft sollte da in nennenswertem Umfang Dokumentationspflichten abnehmen können? Das geht also nicht. Ganz anders sieht es beim zweiten Punkt, bei der Schulleitung, aus: Statistiken führen, Meldungen machen, Anträge schreiben, sogar Protokolle führen, verwalten, Eltern informieren. Auch die Schulbuchausleihe wurde noch gar nicht genannt; sie steht, glaube ich, auch nicht im Antrag. Das alles sind Aufgaben, die nicht zwingend Lehrer oder zum Teil die Schulleitung übernehmen müssen. Man sieht: Die notwendigen Tätigkeiten in der Schulverwaltung sind zahllos. Das alles sind übrigens Tätigkeiten, die der Schulleiter einer kleinen Grundschule oftmals ohne Unterstützung durch ein Sekretariat oder einen Konrektor in Personalunion übernehmen muss. Folglich ist der Einsatz von Verwaltungsassistenten in der Schulleitung eine ausgesprochen gute Idee. Wie wir eben schon gehört haben, könnte auch das leidige Thema der völlig unterbesetzten IT-Systemadministration damit angegangen werden. Sie merken, wir begrüßen diesen CDU-Antrag sehr. Die Landesregierung selbst hat zu diesem Zweck 2023 ein Modellprojekt auf den Weg gebracht, und das hat auch schon etliche Kosten verursacht. Ursprünglich war 1 Million Euro dafür eingeplant - in der Hoffnung, dass das Geld gut investiert war. Dieses Modellprojekt hat unserer Kenntnis nach auch durchaus gute Ergebnisse erzielt. Insofern ist es nun an der Zeit, daraus Schlüsse zu ziehen und endlich ins Handeln zu kommen. Wir brauchen jetzt kein Zaudern mehr, sondern tatsächlich einen festgelegten Maßnahmenplan. Im CDU-Antrag werden dafür sieben nach unserer Ansicht vernünftige konkrete Schritte genannt. Ich würde daher vorschlagen: Nehmen wir das doch als Vorlage für einen Aufbruch, an dem sich alle Fraktionen gemeinsam beteiligen könnten. Das Potenzial dafür ist in jedem Fall da. Schauen wir mal, was die Beratungen im Ausschuss ergeben. Vielen Dank. Vielen Dank, Herr Kollege Rykena. - Als Nächstes hat sich zu Wort gemeldet:
