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Stephan Christ

GRÜNE 15.03.2024 3:18 min Tagungsabschnitte 19/14

Technologieoffen in die Zukunft - es braucht das Aus vom Verbrenner-Aus!

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist nötig, dass ich noch einmal darauf hinweise: Wir können nicht länger „Jurassic Parc“ betreiben. Wir haben nicht länger die Möglichkeit, fossile Energien aus erdgeschichtlichen Zeiten in rauen Mengen aus dem Boden zu holen und gedankenlos zu verheizen. Unsere Energieversorgung muss sich, nein, wird sich ändern. Da, meine Damen und Herren, liegt eben das entscheidende Problem. Ein Verbrenner produziert ‑ das ist schon angeklungen ‑ viel heiße Luft und relativ wenig Bewegung, egal ob mit Diesel oder mit Benzin angetrieben. Wenn E‑Fuels erst synthetisch hergestellt werden, wird das Ganze noch schlimmer. Und darüber, wie wir unsere ohnehin ambitionierten Ausbaupläne für die Erneuerbaren noch ambitionierter gestalten werden, haben wir da noch gar nicht gesprochen. Das ist nicht Ideologie, meine Damen und Herren, das ist Physik. Es ist richtig: Wir brauchen Verbrennungsmotoren und werden sie auch noch eine ganze Weile weiterbetreiben, die dann perspektivisch alternative Kraftstoffe tanken - aber eben nur dort, wo es nicht anders geht. Flugverkehr, Schiffsverkehr und Landwirtschaft sind Beispiele. Aber wir brauchen sie perspektivisch nicht mehr in Pkws, und nur für die gilt die Regelung der Europäischen Union. Meine Damen und Herren, Sand, eine ganze Menge Sand streuen Sie in die Augen der Bevölkerung. Sie suggerieren mit Ihrem Antrag, liebe CDU, die breite Masse der Autos könne mit alternativen Kraftstoffen betankt werden. Aber Verbrenner sind und bleiben ineffizient, wie gerade gesagt. Die Erzeugung alternativer Kraftstoffe verschlingt zu viel Energie und auch Geld. Wer soll sich das bitte in der Breite der Gesellschaft leisten? Sie fordern u. a. auch, die entsprechende Tank- und Ladeinfrastruktur aufzubauen. Aber alles parallel? Wären die dafür nötigen Milliarden nicht an anderer Stelle sehr viel sinnvoller eingesetzt? Besser eingesetzt wären sie z. B. für eine zielgerichtete Förderung derjenigen, die diese Unterstützung benötigen, also für eine Demokratisierung der E‑Mobilität. Wer für 60.000, 70.000 oder 80.000 Euro ein Auto kauft, braucht diese Förderung nicht zwingend. Wer aber ein günstiges E‑Auto kaufen möchte, findet im Moment keins. Da müssen die Hersteller ran. Hier ist Unterstützung sinnvoll. Für eine Antriebswende in dem Tempo, das wir anschlagen müssen, meine Damen und Herren, müssen wir uns auf die beste Option konzentrieren. Beim motorisierten Individualverkehr ist dies das E‑Auto. Für eine Verkehrswende hingegen ist noch deutlich mehr nötig. Das alles wissen Sie. Sie haben Ihre Zeit hier für einen Ihrer Schlager im EU‑Wahlkampf genutzt. Damit sind Sie Ursula von der Leyen und ihrem European Green Deal massiv in den Rücken gefallen. Aber für solche Manöver ist das Thema doch viel zu wichtig. Das werden wir in den Ausschussberatungen deutlich machen. Aktuell noch ein Hinweis: Hören Sie doch auf VW, hören Sie auf Oliver Blume! Er sagte just diese Woche: „Als Ergebnis wünsche ich mir eine Klarheit und ein Ende dieser Diskussion. Jetzt sollte man auch bei dieser Entscheidung bleiben.“ Vielen Dank.

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