Eva Viehoff
Masterplan Marienburg 2030 - kultur- und landesgeschichtliche Bedeutung bewahren und erschließen!
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Danke, Frau Lutz, für die am Schluss doch versöhnlichen Worte. Denn ich glaube, wir alle haben das Ziel, dass die Marienburg demnächst das kulturelle Erbe Niedersachsens darstellt und dort die Möglichkeit besteht, dass Kultur und Tourismus zusammengehen, und dies auch der Wertschöpfung der Region dient. Dass die Marienburg ein Zuschauermagnet ist, hat sich schon bei den Ausstellungen 2014 und 2018 gezeigt, in deren Rahmen im Durchschnitt 100 000 Besucher das Schloss besucht haben. Von daher ist es natürlich besonders schade, dass die Marienburg aktuell geschlossen ist. Es ist wichtig, dass wir dieses bedeutende Kulturdenkmal erhalten und dass es fit für die Zukunft wird. Das sagt unser Antrag aus. Ich will aber gerne auch kritisch auf die Äußerungen der CDU eingehen. Sie fordern in Ihrem Antrag, dass alles noch mal neu gemacht wird. Ich darf Ihnen dazu ein Beispiel nennen: Ihr Minister Thümler hat bei den Medizinbauvorhaben in Göttingen und an der MHH in Hannover alles neu gemacht hat. Dadurch wurden die Bauarbeiten jetzt wurde sozusagen der Grundstein gelegt um mehrere Jahre verzögert. ‑ Herr Thiele, jetzt rede ich! Wenn es Ihr Ziel ist, die Marienburg möglichst schnell wieder aufzumachen, dann sollten wir an den Projekten, die ja auch noch unter Mitwirkung der CDU entwickelt worden sind, festhalten und dringend mit der Sanierung beginnen. Da sind wir auch ganz dabei. Dafür brauchte es aber Voruntersuchungen, die nach meiner Information 2024 abgeschlossen worden sind. Jetzt erst kann es losgehen; jetzt kann man gucken, wo man anfängt. Es ist klar: Die Marienburg hat erhebliche Schäden am Tragwerk, hat den Echten Hausschwamm im Gebälk und weist auch viele offene Stellen auf. Dieses Gebäude kann nicht länger betreten werden. Frau Schülke, Sie sagten, dass dort „Maxton Hall" gedreht werden konnte. Das war aber nur durch das Abstützen der Balken möglich, um die Sicherheit der Filmcrew zu gewährleisten. Dann muss man doch sagen: In solch ein Gebäude, das abgestützt werden muss, kann man doch nicht Hunderte von Besuchern lassen! Das geht nicht. Deshalb ist es wichtig, dass die Sanierung beginnt und dass wir möglichst schnell prüfen, wann Öffnungen möglich sind. Die Sanierung ist zwar finanziell durch Gelder des Bundes und durch Gelder des Landes hinterlegt - 27,2 Millionen Euro. Aber klar ist auch: Die Marienburg kann nur erhalten werden, wenn es uns auch gelingt, laufend Einnahmen zu erwirtschaften. Dazu gehört es, kreative Möglichkeiten zu prüfen. Eine davon sind zum Beispiel Filmrechte. Denn nicht nur „Maxton Hall" ist in der Marienburg gedreht worden, sondern auch der Kinderfilm „Die Schule der magischen Tiere". Man sollte diese Möglichkeit also auch nutzen, um Einnahmen zu generieren. Das ist die Aufgabe der Stiftung. Das ist nicht die Aufgabe der Landesregierung, sondern Aufgabe der Stiftung, in der die Landesregierung und der Regionspräsident, aber auch der frühere Eigentümer, der Prinz von Hannover, vertreten sind. Das ist also Aufgabe der Stiftung und nicht ausschließlich Aufgabe der Landesregierung. Noch einmal: Öffnungen müssen so gestaltet werden, dass die Sicherheit der Menschen gewährleistet ist. Gleichzeitig sage ich als denkmalschutzpolitische Sprecherin aber auch, dass keine weiteren Schäden an dem Gebäude entstehen dürfen. Das ist ganz wichtig. Lassen Sie uns also daran festhalten, dass wir den Masterplan Marienburg weiter fortsetzen und damit eine nachhaltige und umsetzbare Strategie für die Erschließung und Nutzung des Schlosses erreichen. Lassen Sie es uns nach der Sanierung zu einem guten Lernort entwickeln. Vor diesem Hintergrund freue ich mich auf die Beratungen im Ausschuss.
