Harm Rykena
Schwimmen lernen - Leben retten. Flächendeckende Unterstützung beim Schwimmenlernen
Vielen Dank. - Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Rot-Grün möchte mit dem vorliegenden Antrag eine Misere bekämpfen, die sie selbst politisch erst herbeigeführt haben. Zunächst einmal möchte ich vorweg klarstellen: Ja, schwimmen zu lernen, ist elementar wichtig. Es geht hier nicht um ein Randthema des Sportunterrichts, es geht um Sicherheit, es geht um Gesundheit, und im Ernstfall geht es sogar um Leben oder Tod. Die Daten sind alarmierend. Im Jahr 2025 ist die Zahl der Badetoten bundesweit erneut deutlich gestiegen. Während 2017 etwa 10 % der Grundschulkinder überhaupt nicht schwimmen konnten, sind es heute schon rund 20 %. Fast 60 % der Schüler beherrschen nach der vierten Klasse das Schwimmen nicht sicher. Warum ist das so? Einerseits spielt auch hier der Kulturwandel in unserer immer bunter werdenden Republik eine Rolle. Zu früheren Zeiten war es den Eltern immer wichtig, dass ihre Kinder schwimmen lernten. Das ist bei vielen Zuwandererfamilien anders. Aber darüber darf man nicht sprechen. Sprechen wir also über den anderen Aspekt des Themas. Im Antrag heißt es dazu: „Hauptprobleme für die Sicherstellung des Schwimmunterrichts sind zu wenige verfügbare Schwimmzeiten für Schulen und Vereine, zunehmender Mangel an qualifizierten Lehr- und Übungsleiterinnen und -leitern, ein weiterhin hoher Sanierungsbedarf kommunaler Schwimmbäder. Kommunen können den Betrieb vieler Schwimmbäder finanziell nicht mehr sicherstellen." Aha! Und wer ist dafür verantwortlich? Ja, wer war in der Regierung die ganzen letzten Jahre? Über viele Jahrzehnte hinweg wurde den Kommunen von Ihnen, liebe Altparteien und da spreche ich alle drei an, immer neue Aufgaben übertragen, ohne dies ausreichend gegenzufinanzieren. Deshalb wurde die kommunale Infrastruktur kaputtgespart. Seit den 1990er-Jahren mussten bundesweit Hunderte Bäder geschlossen werden da gab es die AfD noch gar nicht, und viele Lehrschwimmbecken sind verschwunden. Aber all das ist auch nur die eine Seite der Medaille. Ich war früher selbst Grundschullehrer und habe viele Jahre im Lehrschwimmbecken den Schwimmunterricht für ganze Klassen allein erteilt. Das wäre heute nicht mehr möglich. - Das ist die Frage! Nach aktueller Erlasslage das wurde auch von Ihnen miteingeführt muss die Schule nun nicht nur zwei Personen dafür stellen, sondern neuerdings müssen beide auch noch einen Rettungsschwimmschein besitzen. Da sage ich Ihnen eins: Das ist in der Praxis schlicht nicht leistbar. Und die Folge davon ist: Der Schwimmunterricht wird von den Schulen auf das absolute Minimum reduziert - oftmals nur für die Hälfte eines Schuljahres. Bei so wenigen Stunden ist es nur logisch, dass viele Kinder, die außerhalb der Schule, mit ihren Eltern nicht schwimmen gehen, nicht sicher schwimmen können. Sie haben also diesen Schwimmnotstand selber herbeigeführt. Schauen wir mal auf die Beratungen im Ausschuss! Vielen Dank. Die nächste Wortmeldung: aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
