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Oliver Ebken

SPD 23.06.2023 6:44 min Tagungsabschnitte 19/8

Ausbau der erneuerbaren Energien in den niedersächsischen Tourismusregionen stoppen

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen! Sehr geehrte Kollegen! Verehrte Gäste! Ich stehe heute hier vor Ihnen, um über ein Thema von großer Bedeutung für unsere wunderschöne Urlaubsregion Niedersachsen zu sprechen. Es geht auf der einen Seite um die erneuerbaren Energien und die sicherlich wichtigen Ausbauziele sowie auf der anderen Seite um die Verträglichkeit mit dem unverzichtbaren Wirtschaftszweig Tourismus. Ich habe mich wirklich auf die erste Rede in diesem Hause sehr gefreut und war sehr gespannt, zu welchem Thema ich denn eigentlich reden dürfte. Dass es mich jetzt erwischt, dass ich im Jahr 2023 bei allen bekannten Fakten einer Fraktion dieses Hauses die Bedeutung der Energiewende näherbringen muss, das hätte ich wahrlich nicht gedacht, liebe Kolleginnen und Kollegen. Niedersachsen ist nicht nur für seine malerischen Landschaften und seine beispiellosen Urlaubsregionen bekannt, sondern auch ein bedeutender Akteur im Ausbau erneuerbarer Energien. Insbesondere die Windenergie hat in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erfahren. Entlang unserer Küstenlinie haben wir zahlreiche Anlagen und Windparks errichtet. Wir leisten schon jetzt einen Beitrag zur Energiewende. Alle im Hause oder die meisten jedenfalls bis vielleicht auf diejenigen zu meiner rechten Seite wissen, dass das bei Weitem nicht langen wird. Die Energiewende, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Hier kann sich nicht jeder herausstehlen, frei nach dem Motto: Energiewende finde ich ganz gut, aber am liebsten nicht bei mir vor der Haustür. - Diese Aufgabe werden wir nur zusammen bewältigen können, und jeder einzelne in unserem Land muss seinen Beitrag dazu leisten. Liebe Antragsteller, ich habe das gar nicht so richtig verstanden. Würde man Ihrem Antrag zustimmen wollen und die Urlaubsregionen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien ausklammern, dann bliebe logischerweise keine Fläche mehr von unserem Land für die Ausbauziele übrig. Wir würden dann irgendwo in unserem Land wahrscheinlich die Windenergieanlagen sogar in einzelnen Vorgärten haben. Also, da das schon rein praktisch nicht möglich ist, kann man natürlich diesem Antrag in keiner Weise zustimmen. Natürlich könnten wir so tun, als bräuchte es keine Energiewende. Die Frage ist nur, ob die Akteure unserer Tourismusregionen das auch so großartig finden würden. Im Austausch mit den Verbänden, mit den Organisationen und mit den Betreibern konnte ich das in keiner Weise feststellen. Keiner dieser hat mir erzählt, dass das, worauf Sie hier hinweisen, eine Gefahr ist. Keiner derjenigen, die täglich ihr Geld damit verdienen, ist auf mich zugekommen und hat gesagt. Das ist wirklich eine Gefahr. - Warum sollten sie das auch tun? Ich verstehe das gar nicht. Niedrige Wasserstände in den Seen, Dürre in der Landwirtschaft, überhitzte Städte, all das sind doch schon Auswirkungen, die wir bereits jetzt zu verbuchen haben. An der Stelle heißt es, sich voll dagegenzustellen und mit allem, was uns möglich ist, dazu beizutragen. Doch während wir den erneuerbaren Energien Wind unter die Flügel pusten, stellen sich selbstverständlich auch Fragen nach der Auswirkung auf den Tourismussektor. Schließlich ist der Tourismus und wir haben es hier nun schon oft gehört mit über 40 Millionen Übernachtungen Platz vier im Bundesvergleich ein wesentlicher Wirtschaftszweig in unserer Region, der von attraktiven Landschaften und Erholungsmöglichkeiten lebt. Mit 330 000 Beschäftigten begibt er sich fast auf Augenhöhe mit der Automobilindustrie in unserem Land. Es ist von großer Bedeutung, diese beiden Wirtschaftszweige nicht als Gegner, sondern als Partner zu betrachten. Die Chancen liegen darin, die Vorteile beider Branchen miteinander zu verbinden und sie nicht gegeneinander auszuspielen. Viele Touristen stehen mittlerweile den Umweltfragen nicht nur offen gegenüber. Sie schätzen vielmehr die Urlaubsangebote, die den Klimaschutz berücksichtigen. Indem wir den Menschen die Chance geben, Windenergieanlagen hautnah zu erleben, können wir ihr Bewusstsein für erneuerbare Energien stärken und sie für diesen wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz begeistern. Die Erfahrung in vielen Regionen zeigt, dass Touristen eine hohe Akzeptanz für Anlagen der erneuerbaren Energien aufweisen. Untersuchungen und da habe ich anscheinend tatsächlich andere Informationen als Sie haben gezeigt, dass die große Mehrheit der Besucher solche Anlagen als positiv bewerten und sie nicht als störend empfinden. Ganz im Gegenteil: Vielmehr erkennen sie den Beitrag zur Energieversorgung und den Schutz unserer Umwelt an. - Ich habe Sie akustisch nicht verstanden, aber Sie waren auch noch gar nicht dran, glaube ich. Es ist jedoch wichtig, bei der Errichtung von Energieanlagen im Tourismussektor optische Aspekte sowie eine gute Raumplanung zu berücksichtigen. Wir müssen sicherstellen, dass die Anlagen harmonisch in die Landschaft eingefügt werden und den Erholungswert für unsere Gäste nicht beeinträchtigen. Eine sorgfältige Standortwahl kann dazu beitragen, dass sowohl die Energieerzeugung als auch der Tourismussektor gleichermaßen profitieren. Meine Damen und Herren, es ist an der Zeit, erneuerbare Energien und den Tourismus nicht als Gegensätze zu betrachten, sondern als Partner, die gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung unserer Region eintreten. Lassen Sie uns das eine machen, ohne das andere zu lassen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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