Delia Klages
GKV-Reform mit Augenmaß: kein neuer Druck auf Krankenhäuser, Beschäftigte und Kommunen
Frau Klages hat die Zwischenfrage zugelassen und hat für deren Beantwortung 50 Sekunden Redezeit gutgeschrieben bekommen. Sie sehen das, Frau Klages, und können jetzt fortfahren. Liebe Kolleginnen und Kollegen, in den aktuellen Berechnungen des hcb-Institutes wird davon ausgegangen, dass den Krankenhäusern bis 2030 jährlich bis zu 7,3 Milliarden Euro entzogen werden könnten. Bundesweit wären rund 140 000 Arbeitsplätze gefährdet. Für Niedersachsen entspräche dies rein rechnerisch mehr als 12 000 Stellen. Gleichzeitig hören wir seit Jahren Klagen über Fachkräftemangel, überlastete Notaufnahmen und Versorgungsengpässe. Man beklagt den Mangel und schafft die Voraussetzungen, dass er größer wird. Das ist der eigentliche Widerspruch einer rot-grünen Politik. Doch die Menschen sorgen sich längst nicht nur um Zahlen, sie sorgen sich um ihre Krankenhäuser. Sie erinnern sich nämlich noch an die Aussage des Gesundheitsminister Philippi aus dem Dezember des vergangenen Jahres, als er kundgetan hat, dass wir in Niedersachsen 5 000 Krankenhausbetten zu viel haben. 5 000 Betten - das entspricht ungefähr der Kapazität von 20 Krankenhäusern. Und diese 20 Krankenhäuser beschäftigen Menschen. Menschen, die heute um ihren Arbeitsplatz bangen. Genau hier wird es interessant. Sagen Sie den Menschen, was auf sie zukommt, wer in der Zukunft kein eigenes Krankenhaus mehr in seinem Landkreis haben wird. Ich hatte bei der Beantwortung der Zwischenfrage schon erwähnt, wie es im Landkreis Holzminden aussieht. Schauen wir mal in den Norden nach Wilhelmshaven! Auch da ahne ich Böses. Vielen Dank.
