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Lara Evers

CDU 27.09.2024 7:08 min Tagungsabschnitte 19/19

Niedersachsen für Olympia 2040 in Deutschland

zu Wort gemeldet. Bitteschön, Frau Evers! Vielen Dank, Frau Präsidentin. - Meine Damen und Herren! Die Erkenntnis ist nicht neu: Ein großes Sportereignis, ob nun die Olympischen oder Paralympischen Spiele, ob Fußball-Europameisterschaft oder -Weltmeisterschaft, kann ein Gastgeberland in vielerlei Hinsicht positiv beeinflussen. Man kann sich als Nation auf der globalen Bühne präsentieren und internationale Aufmerksamkeit auf Kultur, Wirtschaft und Tourismus lenken. Die Infrastruktur wird ertüchtigt, insbesondere im Verkehr und natürlich bei den Sportstätten. Steigende Tourismuszahlen und Investitionen beleben lokale Unternehmen und den Arbeitsmarkt. Außerdem werden die positiven Werte des Sports vermittelt und das Gemeinschaftsgefühl im Land gestärkt, wenn Menschen verschiedener Regionen und Kulturen zusammenkommen. Wir können nicht kritisieren, dass große Sportereignisse in autokratischen Ländern stattfinden, uns gleichzeitig aber nicht bewerben. Daher unterstützen wir grundsätzlich die Idee einer deutschen Olympiabewerbung und würden uns umso mehr freuen, wenn Niedersachsen mehr als nur eine Zuschauerrolle spielen kann. Die gute Sportinfrastruktur und die große Begeisterung der Menschen für den Sport könnten Niedersachsen zu einem wertvollen Teil der Bewerbungsstrategie machen. Das ist eine Botschaft, die unsere Landesregierung mitnehmen und in Berlin platzieren sollte. Ein paar Gedanken möchten wir aber noch mit auf den Weg geben; denn zum einen kann eine Olympiabewerbung nur dann funktionieren, wenn der Rückhalt in der Bevölkerung gegeben ist. Bei aller Euphorie und Sportbegeisterung ist das keineswegs selbstverständlich, haben doch die Voten in Hamburg und München in der jüngeren Vergangenheit allen deutschen Olympiabestrebungen einen ernüchternden Strich durch die Rechnung gemacht. Gerade Kosten und Nachhaltigkeit spielen an dem Punkt eine elementare Rolle und erfordern maximale Transparenz. Auch deshalb wurden entsprechende Diskussionen im vergangenen Jahr in den Städten, die als Austragungsorte bereits benannt sind, teilweise schon aufgenommen - etwa in öffentlichen Dialogforen und Talkrunden. Es ist wohl etwas putzig, der Bundesregierung zu attestieren, sie habe aufgrund der tollen Olympischen Spiele in Paris reaktionsschnell eine eigene Olympiabewerbung angekündigt, wie es im Antrag wörtlich heißt. Solche Entscheidungen werden nicht spontan getroffen, und das ist auch genau richtig. Im Gegenteil: Dieser Prozess läuft schon seit Langem, und es wäre besser gewesen, wenn unsere Landesregierung viel früher aktiv geworden wäre, anstatt jetzt, wo das Konzept schon fast fertig ist. Wir können nur hoffen, dass sich überhaupt noch irgendwo ein Türchen öffnen lässt. Meine Damen und Herren, aller Voraussicht nach wird sich der Bund allein am Bewerbungsprozess mit etwa 7 Millionen Euro beteiligen. Auch das haben Ministerin Faeser und Minister Lindner vermutlich nicht spontan in diesem Sommer beim Olympia-Gucken vor dem Fernseher entschieden - aber das nur am Rande. Bei so viel Geld im Sport muss aber die Frage erlaubt sein, ob diese Mittel denn in einer gesunden Relation stehen zu dem, was keineswegs ausgeblendet werden darf, nämlich die sportliche Leistung. Bei Olympischen Spielen entsteht die wahre Begeisterung doch vor allem dann, wenn die eigenen Athletinnen und Athleten mithalten können, sportlich erfolgreich sind und um Medaillen kämpfen. In den letzten Jahren bleiben jedoch die sportlichen Erfolge der deutschen Athleten immer öfter hinter den Erwartungen zurück. Deutschland verliert im internationalen Vergleich den Anschluss. Das ist besorgniserregend und sollte Anlass zur Selbstreflexion geben. Statt sich nur auf den Glanz und die Ehre als potenzieller Gastgeber zu konzentrieren, muss Deutschland parallel in die sportliche Nachwuchsförderung investieren, Trainingsbedingungen verbessern und eine langfristige Strategie entwickeln, um wieder an die Spitze zu gelangen. Denn ohne Erfolg im Stadion verliert auch die größte Bühne der Welt einen sehr großen Teil ihres Reizes. Hier gilt es für die Bundesregierung, im engen Schulterschluss mit den Sportverbänden dringend ihre Hausaufgaben zu erledigen. Diese Botschaft muss ebenfalls in Berlin ankommen. Ein Letztes noch: Sicher mag die Idee, verschiedene Städte einzubeziehen, mit Blick auf die Nachhaltigkeit und die Nutzung bereits vorhandener Strukturen attraktiv wirken - also Berlin, Hamburg, Leipzig, München sowie den Rhein-Ruhr-Raum und vielleicht eben auch Hannover und Wolfsburg. In gewisser Weise ist ein Auslagern immer erforderlich, zumal man im Ruhrgebiet wohl kaum wird segeln können. Eine dezentrale Struktur birgt jedoch das Risiko, dass die Spiele weniger kompakt und damit viel weniger attraktiv für Gäste und Medien sind - von der Logistik einmal ganz abgesehen. Meine Damen und Herren, wir als CDU-Fraktion unterstützen die Idee einer deutschen Olympiabewerbung. Es ist wünschenswert, dass auch Niedersachsen einen Beitrag leisten und eingebunden werden kann. Wir stehen hier zweifellos im Wettbewerb mit anderen Bundesländern. Daher sollte die Landesregierung umgehend entsprechende Gespräche aufnehmen. Auch wenn diese Landesregierung augenscheinlich den Start verpennt hat, ist das Rennen für uns hoffentlich noch nicht ganz gelaufen. Herzlichen Dank. Vielen Dank, Frau Kollegin Evers. -

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